Zodiac-Sitz: Zertifizierung braucht Zeit.

VerspätungenAirbus und Boeing stressen Sitzbauer

Die Branche hat ein Sitzproblem: Weil ein Hersteller von Flugzeugsitzen nicht pünktlich liefert, verspäten sich auch Auslieferungen von Flugzeugen. Nun sprechen Airbus und Boeing ein Machtwort.

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Boeing und Airbus sind sich ausnahmsweise einmal einig: Es muss sich etwas ändern und zwar schnell. Gemeinsam machen die beiden Flugzeugproduzenten Druck auf den französischen Sitzhersteller Zodiac. Denn der, so der Vorwurf laut Insidern, liefert nicht pünktlich. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Und das wiederum führt zu Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Flieger.

Erst Ende 2014 war bekannt geworden, dass zwei Dreamliner von American Airlines erst einige Monate später ausgeliefert werden können. Der Grund: Knappheit bei den Business-Class-Sitzen. «Wir kämpfen an verschiedenen Fronten, um die Sitz-Produktions-Kapazität zu erhöhen», hieß es damals von Boeing. Es sei eine «tägliche Herausforderung», genug Sitze zu besorgen, stimmte Airbus zu.

Boeing und Airbus senden eigene Teams

Eigentlich hatte Zodiac mitgeteilt, dass die Engpässe überwunden seien. Doch Streiks führten zu weiteren Verspätungen. Nun reicht es den Flugzeugbauern offenbar. Wie Reuters berichtet, senden sie eigene Teams in die Werke von Zodiac, welche die Situation genau begutachten sollen. Der Hersteller selbst äußert sich zu den Problemen nicht. Es heisst nur, dass die Verspätungen wohl das Ergebnis des ersten Quartals 2015 beeinflussen dürften.

Vor allem die Business-Class-Sitze sind ein Problem, denn: Im Kampf um gut zahlende Premiumkunden ist es bei den großen Fluggesellschaften fast schon Pflicht, dass sie ihre Geschäfts-Klasse mit so genannten Lie-Flat-Sitzen ausstatten, die sich in ein Bett verwandeln lassen. Doch bei der Zertifizierung durch die Behörden brauchen diese Sitze deutlich mehr Zeit. Und das führt dazu, dass es zu Lieferengpässen kommt.

Auch ein Zertifizierungsproblem

Neben der hohen Nachfrage ist bei den neuen Sitzen oftmals auch ein Problem, dass sie nicht direkt auf den Vordersitz ausgerichtet sind. Die Regeln der US-Behörde FAA besagen, dass die Hersteller dann Airbags oder andere Extras in den Sitz bauen müssen, um die Passagiere vor möglichen Kopfverletzungen zu schützen.

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