Tus Airways: Fliegt weiterhin nach Tel Aviv, auch ab Düsseldorf.

Israels Flughafen Ben GurionSind Flüge nach Tel Aviv sicher?

Trotz des Krieges fliegen viele internationale Fluggesellschaften den Airport Tel Aviv weiterhin an. Das ist wichtig für Israel. Doch wie gefährlich es ist, ist umstritten.

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In der Nacht von Sonntag auf Montag (9. Oktober) wurde auch der Flughafen selber zum Ziel erklärt: Die Kassam-Brigaden, militärischer Arm der Hamas, kündigten an, Tel Avivs Flughafen Ben Gurion mit Raketen anzugreifen. Israel äußerte sich zunächst nicht dazu.

Die europäische Luftfahrtagentur Easa gab derweil am Sonntag ein sogenanntes Conflict Zone Information Bulletin CZIB zum israelischen Luftraum heraus, das bis zum 31. Oktober gilt. Sie erwähnt nicht nur die Hamas-Angriffe auf Israel, sondern auch den Raketenbeschuss der Hisbollah aus dem Südlibanon auf Nordisrael am Sonntag.

Ops Group sieht hohes Abschuss-Risiko

«Den Flugbetreibern wird empfohlen, sicherzustellen, dass eine solide Risikobewertung sowie ein hohes Maß an Notfallplanung für ihren Flugbetrieb vorhanden ist, und auf kurzfristige Anweisungen der israelischen Behörden vorbereitet zu sein», schreibt die Easa. Sie unterstreicht aber auch ihr Vertrauen in die israelische Luftfahrtbehörde CAA. Es werde davon ausgegangenen, «dass die Risiken für die Zivilluftfahrt derzeit von den israelischen Behörden wirksam gemanagt werden», schreibt die europäische Behörde in dem CZIB.

Kritischer sieht das die Luftraumvereinigung Ops Group, in der sich unter anderem Mitglieder von Cockpitcrews und Flugsicherung engagieren. «Israel ist jetzt ein aktives Kriegsgebiet und wir haben die Warnung zum sicheren Luftraum auf Stufe 1 – Nicht fliegen – angehoben», schreibt sie am Montagmorgen. «Daher müssen alle Erkenntnisse aus den letzten neun Jahren seit MH17 in Bezug auf zivile Einsätze in Konfliktgebieten angewendet werden. Das Risiko, dass ein Passagierflugzeug Opfer dieses Krieges wird, ist hoch.»

Keine Einschränkungen von Easa und FAA

Die Gruppe nennt als höchstes Risiko die Bedrohung durch Raketen und Flugabwehrwaffen, gepaart mit anderen Risiken wie GPS Spoofing, weniger Ausweichoptionen und eine schwierige Risikobewertung. «Trotz des erhöhten Risikos hat kein Staat tatsächliche Beschränkungen für den Betrieb nach Israel erlassen, außer die russische Luftfahrtbehörde (Flüge nur tagsüber, kein Betrieb vor 9:00 Uhr).» Dass weder die Easa noch die FAA aus den USA Einschränkungen erlassen habe, sei besorgniserregend, so die Ops Group.

Besonders kleinere Airlines mit weniger Kapazitäten für Risikobewertung seien aber auf die Behörden angewiesen. Die Ops Goup empfiehlt, alle israelischen Ziele, besonders Tel Aviv, ebenso zu meiden wie den Überflug des Fluginformationsgebiet Tel Aviv. Die Auswahl der Routen zu Zielen in Jordanien sollte zudem sorgfältig abgewogen werden, so die Gruppe.

Lufthansa-Gruppe wägt noch ab

Laut Angaben, die das israelische Verkehrsministerium am Montagmorgen veröffentlichte, fliegen von knapp 70 Airlines, die sonst den Flughafen Tel Aviv ansteuern, aktuell mehr als die Hälfte weiterhin dorthin. Allen voran sind das die heimischen El Al, Arkia und Israir, aber auch ausländischen Fluggesellschaften. So gab es am Montagmorgen beispielsweise Landungen von Air Serbia aus Belgrad, Tus Airways aus Larnaca, Bulgaria Air aus Sofia, Pegasus aus Trabzon, Smartwings aus Prag und Uzbekistan Airways aus Tashkent. Für den Nachmittag ist auch ein Flug von Tus Airways von Düsseldorf nach Tel Aviv geplant.

Von den Airlines gestrichen wurden dagegen am Montagmorgen beispielsweise Flüge nach Tel Aviv von Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, KLM, Air France, Aegean, Virgin Atlantic und Hainan Airlines. Die Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe hatten ihre Tel-Aviv-Flüge zunächst bis einschließlich Montag ausgesetzt und verlängerten dann bis Samstag (14. Oktober).

Flughafenschließung wäre Erfolg für Hamas

Doch wie ist es überhaupt möglich, dass Flugverkehr stattfindet in einer Stadt, die mit Raketen beschossen wird? Dazu äußert sich das israelische Militär IDF bereits einmal ausführlich im Jahr 2015 nach ihrer Operation Protective Edge gegen die Hamas im Vorjahr.

«Die Hamas erklärte, dass die Unterbrechung des Verkehrs am internationalen Flughafen Ben Gurion eines ihrer Hauptziele während der Operation Protective Edge sei», so die IDF. «Die Terrororganisation feuerte Dutzende Raketen auf Ben Gurion ab und verschickte täglich E-Mails an internationale Airlines, in denen sie mit einem Angriff auf den Flughafen drohten.» Die Schließung von Ben Gurion wäre ein großer Erfolg für die Hamas gewesen, deren Ziel es sei, Israel durch Angriffe auf den Airport von der Welt abzuschneiden.

Iron Dome und andere Maßnahmen

Die IDF erklärte damals, möglich sei ein sicherer Flugverkehr durch fortschrittliche Luftüberwachung, das Raketenabwehrsystem Iron Dome als Schutz für den Flughafen und die Flugzeuge am Boden, sowie durch die Festlegung spezieller Flugrouten. Das Ganze so zu koordinieren, dass es keine Lücken im Schutzsystem gebe, sei eine große Herausforderung.

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