Benjamin Netanjahu und die Flugroute: Der Weg über Frankreich oder Spanien wäre direkter gewesen.

Flug nach New YorkBenjamin Netanyahus Boeing 767 fliegt über Südeuropa riesigen Umweg

Der israelische Regierungsjet mit Benjamin Netanyahu an Bord flog in Richtung USA einen Umweg über die Straße von Gibraltar. Hintergrund des Umwegs der Boeing 767 soll der internationale Haftbefehl gegen Israels Premierminister sein.

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«Anklagepunkte: Angeblich verantwortlich für die Kriegsverbrechen des Aushungerns als Kriegsmethode und des vorsätzlichen Angriffs auf die Zivilbevölkerung; und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Mord, Verfolgung und andere unmenschliche Handlungen vom 8. Oktober 2023 bis mindestens 20. Mai 2024» - das ist es zu lesen auf der Webseite des Internationalen Strafgerichtshofs. Der Angeklagte: «Herr Benjamin Netanyahu, geboren am 21. Oktober 1949, israelischer Premierminister zum Zeitpunkt der Tat.»

Der Haftbefehl stammt vom 21. November 2024. Und er soll angeblich der Grund dafür sein, dass Netanyahu am Donnerstag (25. September) einen Umweg geflogen ist auf dem Weg zur Uno-Vollversammlung in New York, um nicht Spanien und Frankreich zu überqueren.

Netanyahus Boeing 767 flog großen Umweg

Eine Bestätigung gibt es nicht. Flugverfolgungsdienste zeigen aber, dass die israelische Regierungsmaschine mit dem Taufnamen Wings of Zion aus Tel Aviv kommend zwar über Griechenland und Italien flog, dann aber tatsächlich über das Mittelmeer und über die Straße von Gibraltar - und nicht über Frankreich oder Spanien.

Laut Angaben eines französischen Diplomaten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP hatte die Boeing 767-300 mit dem Kennzeichen 4X-ISR die Freigabe für einen Überflug über Frankreich, nutzte sie aber nicht. Laut der israelischen Zeitung Haaretz verlängerte sich die Flugstrecke um rund 600 Kilometer. Die Zeitung Times of Israel berichtet, dass die 4X-ISR noch im Juli - anders als jetzt - auf einem Flug in die USA Frankreich überflogen hatte.

Im Februar Route über amerikanische Militärstützpunkte

Im Februar dagegen habe Netanyahu ebenfalls eine längere Route von 13,5 statt 12 Stunden gewählt. Das Blatt zitierte dazu Israels Botschafter in den USA, Yechiel Leiter: «Er war gerade operiert worden und kam mit zwei Ärzten, die ihm sagten, er müsse möglicherweise zur Behandlung landen. Aber wenn er irgendwo in Europa landen würde, könnte er als Kriegsverbrecher verhaftet werden. Also musste er über amerikanische Militärstützpunkte fliegen.»

Die 4X-ISR ist 25 Jahre alt. Ausgeliefert wurde sie im Sommer 2000 an Qantas, für die sie mit dem Kennzeichen VH-OGV in verschiedenen Konfigurationen flog. Später war die Boeing als Frachter für die amerikanische CAM unterwegs, registriert als N376CM. Und schließlich wurde sie umgebaut zum israelischen Regierungsflieger und ist als solcher seit 2023 aktiv.

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