Seit dem 11. September ist das Cockpit für alle außer der Crew Tabu.

Gefährliche Toilettenpause

Jeder muss mal auf die Toilette - auch Piloten. Aber das kann unter Umständen ein Sicherheitsrisiko bedeuten.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Seit dem 11. September 2001 ist das Cockpit eine Hochsicherheitszone. Wer nicht zur Crew gehört oder sich einem besonderen Sicherheitscheck unterzogen hat, darf keinen Fuß hinein setzen - so soll die Gefahr einer Flugzeugentführung gebannt werden. Doch es gibt immer noch eine Sicherheitslücke, die zu beheben sich die Airlines schwer tun: Hin und wieder muss jeder Mensch auf die Toilette - eben auch Piloten. Und dafür müssen sie das Cockpit verlassen. In Fällen von normalen Menschlichen Bedürfnissen, wie eben dem Toilettengang, oder um etwas zu essen oder zu trinken, ist es laut den Regeln der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA der Crew erlaubt, die Tür des Cockpits zu öffnen.

«Es ist wie im Mittelalter: Das Schloss ist sicher, solange die Zugbrücke nicht heruntergelassen wird», erklärt der Pilot Rob Powers dem Internetmagazin «The Atlantic». Der ehemalige Vorsitzende des Sicherheitskommitees der amerikanischen Pilotenvereinigung setzt sich daher wie viele seiner Kollegen für die Einführung zweiter Barrieren ein, die es möglichen Eindringlingen erschweren sollen, ins Cockpit zu stürmen. Eine Zeitverzögerung von fünf Sekunden würde schon reichen - so lange dauert es in der Regel, die Tür zu öffnen und wieder zu schließen.

Die Barrieren sehen ein bisschen aus wie ein Gatter: Gittertüren, die ein potentieller Entführer erst überwinden müsste. Und die fünf Sekunden, die das dauern würde, könnten, so zeigt es ein Szenario der US-Pilotenvereinigung, Hunderte Leben retten. Die Piloten haben getestet, wie lange es dauern würde, wenn ein möglicher Terrorist, der in einer der ersten Reihen des Fliegers sitzt, an Flugbegleitern und Piloten vorbei ins Cockpit stürmt. Das Ergebnis: Nur drei Sekunden.

Keine Vorschriften für Zweit-Barrieren

Trotzdem erachten es Luftfahrtbehörden wie die FAA aber auch der Internationale Luftfahrtverband IATA nicht für nötig, die Barrieren zur Pflichtausstattung für Flugzeuge zu zu erklären. «Momentan sehen wir dazu keinen Anlass», so eine FAA-Sprecherin gegenüber The Atlantic. Einige Fluggesellschaften wie United Airlines haben die Zweit-Türen in einigen Fliegern aber schon freiwillig eingebaut. Aber das Feedback der Crew ist nicht immer positiv. Northwest Airlines (inzwischen Delta) hat sich nach einer einjährigen Testphase 2007 gegen die Barrieren entschieden. Sie würden es etwa den Flugbegleitern schwierig machen, den Piloten Essen oder Kaffee zu bringen, weil sie mit vollen Händen die Tür schließen und öffnen müssten, so ein Northwestpilot gemäß dem Internetportal. Trotzdem hält er die Einrichtung generell für wichtig. Man müsse nur die Konstruktion überarbeiten.

Für viele Fluggesellschaften ist die Installation solcher Hürden aber auch aus Kostengründen noch keine Option. Sie kosten um die 10'000 bis 20'000 Dollar. Auf die Lebensdauer eines Fliegers gerechnet, wären es sogar etwa 100'000 Dollar. Das ist allerdings nur ein Bruchteil dessen, was zum Beispiel ein neues In-Flight-Entertainmentsystem kostet. Diese installieren viele Airlines momentan in ihren Fliegern - Kostenpunkt: etwa eine Million Dollar.

Mehr zum Thema

Boeing 787-9 von Lufthansa: Die Fluglinie steht in der Kritik.

Bericht wirft Lufthansa heikle Tankpraxis und Routenplanung vor

Ballon in der Luft: Ballonfahren ist noch gefährlicher als fliegen in Kleinflugzeugen.

Warum Ballonfahrten gefährlicher sind als Flüge im Flugzeug oder Hubschrauber

Pilot in einem leeren Ryanair-Flugzeug: Die Sicherheitshinweise sorgen für Diskussionen.

Reisende rätseln über Symbole auf Sicherheitshinweisen von Ryanair

Kleinflugzeug im Flug: Pilotinnen und Piloten müssten besser geschult werden.

Bessere Ausbildung der Pilotinnen und Piloten soll Unfallrate senken

Video

Flugzeug auf Zug: Waghalsiges Manöver.
Ein Pilot, ein fahrender Güterzug – und kaum Platz für Fehler. In der Türkei ist ein außergewöhnliches Landemanöver gelungen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Bildschirmfoto 2026-02-16 um 095023
Nach 16 Jahren im Dienst hat der Flugzeugbauer sein letztes Dreamliner-Testflugzeug ausgemustert. Die Boeing 787-8 sollte ursprünglich einen anderen Zweck bekommen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.
Kurz vor dem Abheben entschied sich die Crew eines Fluges von Latam zum Startabbruch. Die Boeing 777-300 ER kam erst am Ende der 3700 Meter langen Piste von São Paulo-Guarulhos zum Stehen. Erfolgte der Abbruch zu spät?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies