Ausgebrannte Asiana-Kabine: Jede Sekunde zählte bei der Evakuierung.

Bruchlandung: Gurte in der Kritik

Nach der Bruchlandung eines Flugzeuges von Asiana Airlines in San Francisco reichten einige Opfer Klage ein. Kritik richtet sich auch gegen die Sicherheitsgurte.

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Sowohl Asiana als auch Boeing stehen in der Kritik. Nach der Bruchlandung einer Boeing B777 der koreanischen Fluggesellschaft in San Francisco haben drei Familien Klagen eingereicht – gegen die Airline und gegen den Hersteller. Die Vorwürfe, die man Boeing dabei macht, feuern eine Diskussion wieder an, die es schon länger gibt. Die Sicherheitsgurte in den Fliegern, heißt es, seien nicht gut genug.

In der Business Class habe es Sitze gegeben, an denen auch Schulter-Sicherungen angebracht gewesen seien, in der Economy Class jedoch habe es nur die üblichen Gurte gegeben, die über dem Schoß schließen. «Es ist schrecklich, dass die Sicherheit davon abhängt, welches Ticket man kauft», so Anwalt Frank Pitre, der alle Familien vertritt. Wenn diese ordnungsgemäß gesichert gewesen seien, dann hätten viele Verletzungen vermieden werden können, heißt es in der Klage.

Aus der Branche heißt es, dass die Business-Class-Sitze andere Sicherungen hätten, weil sie schlicht anderer Bauart seien. Es handelt sich bei ihnen um Sitze, die zu 180 Grad senkbar sind und sich in Betten verwandeln. Oft würden sie auch nicht nach vorne zeigen. Da brauche es andere Technik. Außerdem seien die Kosten, die der Einbau von Drei-Punkt-Gurten bedeuten würde, sehr hoch, so das Fachportal Aviationpros.

Ob Verletzungen durch Gurte wie in Autos tatsächlich hätten verhindert werden können ist indes nicht ganz klar. Studien gibt es zu dem Thema keine. «Der Schoßgurt ist bei Flugzeugunfällen der wichtigste», so Traumachirurg David King gemäß dem Fachportal Healthland. Anders als im Auto werde man eben in der Regel nicht nach vorne geschleudert. Bei Flugzeugen wirken die Kräfte meist vertikal.

«Ich finde es aber schwierig zu leugnen, dass Auto-Gurte besser wären, nur weil es nicht genügend Studien gibt», so King. Sicherlich hätten sie bei bestimmten Ereignissen manchmal einen Vorteil. Doch man müsse auch bedenken, dass sich aus anderen Gurten andere Probleme ergeben könnten. Eine Evakuierung würde unter Umständen länger dauern. Wenn das Flugzeug, wie etwa im Fall von Asiana, Feuer fange, dann zähle aber jede Sekunde.

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