Airbus A330 von Eurowings Discover: Mehrere Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen.

Flughafen WindhoekWie Eurowings Discover Opfer eines Rechtsstreits in Namibia wurde

Von einem Tag auf den nächsten warf der Flughafen Windhoek einen Bodendienstleister hinaus. Mit drastischen Folgen für den Flugbetrieb der Lufthansa-Tochter Eurowings Discover.

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Die Änderung kam von einem Tag auf den anderen und ohne Vorwarnung. Der Flughafen Windhoek kündigte am 19. August den Vertrag mit dem Bodenabfertigungsunternehmen Menzies Aviation fristlos. Er setzte stattdessen auf die Dienste des Anbieters Paragon - ein Joint Venture des Flughafens mit Ethiopian Airlines.

Die Folge: Dutzende Flüge, die eigentlich zum Hosea Kutako International Airport hätten gehen sollen, wurden gestrichen oder umgeleitet. Die Lufthansa-Tochter Discover musste acht Flüge ab Frankfurt und einen ab Victoria Falls in Simbabwe streichen. Zwei weitere Flüge ab Frankfurt in die namibische Hauptstadt wurden nach Johannesburg umgeleitet. Die Passagiere wurden in Hotels untergebracht, während die Fluglinie die Weiterreise organisierte.

Auch andere Airlines reagierten

Auch Qatar Airways leitete am 19. August einen Flug von Doha nach Windhoek nach Johannesburg um. Die südafrikanische Airlink entsandte eigene Mitarbeitende aus Johannesburg, Port Elizabeth und Kapstadt zum Hosea Kutako International Airport, um die Bodenabfertigung für ihre vier täglichen Flüge zu unterstützen, schreibt das Portal CH Aviation. Eurowings Discover fliegt inzwischen wieder nach Windhoek, Qatar Airways ebenfalls.

Eine Sprecherin von Eurowings Discover erklärt, wie es zum Chaos in Windhoek kam. «Wir wurden am frühen Morgen des 19. August ohne Vorankündigung darüber informiert, dass der Abfertigungsdienstleister Menzies Aviation keinen Zutritt zum Hosea Kutako International Airport in Windhoek mehr hat», erklärt sie.

Beschlüsse, Berufungen ...

Für die Airline sei diese Entscheidung überraschend gewesen, «da vom 7. August 2023 ein richterlicher Beschluss des Obersten Gerichtshofs in Namibia vorliegt, der Menzies Aviation bis auf Weiteres als zuständigen Abfertigungsdienstleister bestätigt.» Es war die letzte Wendung in einem Rechtsstreit, der seit Monaten schwelte. Schon für Ende Juni 2022 hatte der Flughafen eigentlich die Zusammenarbeit mit Menzies beenden wollen.

Das hatte auch der Oberste Gerichtshof so bestätigt. Menzies legte jedoch Berufung ein und erhielt Recht. Der Anbieter durfte bleiben. Es folgten weitere Urteile und Berufungen. Die letzte Entscheidung vom 7. August, auf die sich auch Eurowings Discover bezieht, hatte Menzies eigentlich noch 30 Tage lang am Flughafen Windhoek zugelassen. Doch es kam anders.

... und neue Beschlüsse ...

Weil die Meldung über den neuen Dienstleister so plötzlich kam, war die Abfertigung der Flüge nicht mehr möglich, «da mit dem neuen Anbieter, Paragon Aviation, kein gültiges Vertragsverhältnis besteht.» Darüber hinaus seien Fragen bezüglich der Qualifikation, Trainings und Zertifizierungen zu klären gewesen, so die Sprecherin von Eurowings Discover.

Im Eilverfahren habe man einen Übergangsprozess etabliert, mit dem die Abfertigung der Flüge auf Basis einer Ausnahmegenehmigung auch mit dem Anbieter Paragon Aviation erfolgen kann. «Wir bedauern die entstandenen Unannehmlichkeiten und arbeiten mit Hochdruck daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten» so die Sprecherin.

... und auch die sind nur vorläufig

Der aktuelle Stand ist nur ein Zwischenergebnis. Das Gericht hat das endgültige Urteil bis zum 1. September 2023 zurückgestellt. In der Zwischenzeit wird Paragon Aviation weiterhin Bodenabfertigungsdienste in Windhoek erbringen.

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