Airbus A321 von Vietnam Airlines mit V2500-Triebwerken: Genauer Grund für zerfetzte Triebwerkshülle bisher unklar.

Geplatzter Reifen oder TriebwerkschadenVerwirrung um Pannenursache von Airbus A321

Vergangene Woche musste ein Airbus A321 von Vietnam Airlines den Start abbrechen, Gras geriet in Brand. Die amerikanische und die vietnamesische Behörde nennen allerdings unterschiedliche Unfallursachen.

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Luftfahrt

Vietnam Airlines-Flug VN920 von Ho Chi Minh City nach Phnom Penh in Kambodscha endete vergangene Woche (18. März)  schon auf der Startbahn. Als der Airbus A321-200 auf der Piste zum Abheben beschleunigte, mussten die Piloten bei hoher Geschwindigkeit den Start abbrechen. Wie das auf Flugunfälle spezialisierte Portal Aviation Herald berichtet, war ein geplatzter Reifen des Frontfahrwerks der Grund für die Einleitung der Notbremsung.

Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Herangeeilte Feuerwehrleute mussten einen Grasbrand löschen, der in der Nähe des Flugzeuges entstanden war. Bilder auf sozialen Netzwerken zeigen, dass bei dem Vorfall die Verkleidung des rechten Triebwerks vom Typ IAE V2500 an mehreren Stellen abgebrochen ist. Laut Berichten der Zivilluftfahrtbehörde Vietnams ist ein Teil des geplatzten Reifens der Grund für diese Schäden sowie den Grasbrand - die Behörde hat eine Untersuchung eingeleitet.

Auch MD-90 betroffen

Eine Eilanordnung aus den Vereinigten Staaten widerspricht dem Bericht der Vietnamesen allerdings. Die amerikanische Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA ordnete am Samstag (21. März) in einer sogenannten Emergency Airworthiness Directive (zu deutsch: Notfall-Lufttüchtigkeitsanweisung) den Austausch von Triebwerksschaufeln der Hochdruckstufen bei allen Versionen des Motors an, sofern diese eine bestimme Seriennummer tragen.  Betroffene Fluglinien müssen das innerhalb der nächsten fünf Flüge erledigen

Auch bei der McDonnel Douglas MD-90 kommt das Triebwerk zum Einsatz. Auch für diesen Typ, der nur noch bei Delta Air Lines fliegt, gilt diese Anordnung.

Faa befürchtet weitere Vorfälle

Den Vorfall des Vietnam Airlines-Flugzeugs nennt die FAA zwar nicht direkt als Auslöser für die Notfallanordnung. Die amerikanische Behörde spricht in der Anweisung aber von «Untersuchungsergebnissen eines Vorfalls», der sich am selben Tag des Vorfalls in Ho-Chi-Minh-Stadt mit demselben Typen und Triebwerken ereignet hat.

Laut dem Faa-Dokument ist ein Versagen der Hochdrucksstufe der Grund für den Vorfall. Dabei spricht die Behörde von einem sogenannten «Uncontained Engine Failures», bei denen Bruchstücke aus Triebwerken herausgeschleudert werden.

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