Boeing B737 von Lufthansa: Heikle Begegnung bei Genf.

Unheimliche Begegnung bei Genf

Vor zwei Jahren rasten eine Boeing von Lufthansa und ein Airbus von Easyjet gefährlich aufeinander zu. Nun weiß man, was zum heiklen Zwischenfall führte.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
LBV Logo

Sachbearbeiter:in Betriebssicherheit

Schönefeld (bei Berlin)
Feste Anstellung
Luftfahrtbehörde
Landesamt für Bauen und Verkehr
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Boeing B737-300 von Lufthansa war am 8. Juli 2010 unterwegs von Nizza nach Frankfurt. Von der schweizerischen Flugsicherung erhielten die Piloten um 13.31 Uhr die Anweisung ihre Route beizubehalten und höher zu steigen. Flug LH 4135 befand sich zu jenem Zeitpunkt rund 100 Kilometer südlich von Genf. Von einer Höhe von 6700 Metern über Meer sollte die Maschine stetig auf rund 9800 Meter klettern, wie ein nun veröffentlichter Bericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle Sust zeigt. Im angrenzenden Flugsektor war zur gleichen Zeit ein Airbus A319 von Easyjet unterwegs. Flug EZ5293 war in London-Gatwick gestartet und hatte Milano Malpensa als Ziel. Die Crew dieser Maschine bekam um 13:35 Uhr die Anweisung von der Flugsicherung, der jetzigen Route zu folgen und von 11'100 Metern auf 10'000 Meter zu sinken.

Plötzlich kam Unruhe im Cockpit der Easyjet-Maschine auf. «Da ist eine andere Maschine unter uns», erklärten die Piloten des A319 der Flugsicherung. Das Antikollisionssystem TCAS (Traffic Alert/Collision Avoidance System) des anderen Jets habe eine Warnung ausgegeben. Ihre Maschine sank zu jenem Zeitpunkt mit rund 366 Metern pro Minute. Das andere Flugzeug sei mehr als neun Kilometer entfernt, kam die Antwort der Aufsicht. «Sie fahren also besser fort».

Plötzlicher Alarm

Doch die Crew von Easyjet beschloss, die Sinkgeschwindigkeit zu reduzieren. Sie gab ihre Position erneut durch. Der Lotse aber war zu jenem Zeitpunkt der Ansicht, dass sich die Maschine rund 300 Meter höher befand als sie tatsächlich war. Ein Fehler. Um 13:40 Uhr ging bei der Flugsicherung der Kollisionsalarm STCA (short-term conflict alert) los. Der Aufseher war gerade in Funkkontakt mit zwei weiteren Maschinen. Die Lufthansa-Boeing und der Easyjet-Airbus flogen derweil aufeinander zu - auf gleicher Flughöhe. Noch rund sechs Kilometer trennte die Flieger. Der Aufseher begriff erst da den Ernst der Lage und wies die britische Maschine an, scharf nach rechts abzudrehen.

Der Zwischenfall ging glimpflich aus. Gemäß der Behörde ist er aber als «schwer» einzustufen. Im knappsten Moment befanden sich die Flieger nur noch 3,5 Kilometer auseinander und der Höhenunterschied betrug bloß 125 Meter, so der nun publizierte Abschlussbericht. Er hält fest, dass der Easyjet-Flieger auf eine Höhe abgestiegen war, welche ihm nicht zugeteilt worden war. Der Lotse habe diesen Umstand zudem nicht bemerkt. Die Crew habe schließlich nicht die korrekten Abläufe zur Verifizierung der Flughöhe eingehalten, so die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle.

Mehr zum Thema

Airbus A321 Neo von Easyjet: Ein solches Flugzeug hatte Probleme mit dem Frachtraum.

Flug von Easyjet landet in Berlin – ohne ein einziges Gepäckstück an Bord

ticker-easyjet

Easyjet rüstet letzte Airbus A320 mit Sharklets nach

ticker-easyjet

Easyjet setzt zweiten A321 Neo ab Berlin ein und rüstet letzte Airbus A320 am BER mit Sharklets nach

ticker-easyjet

Easyjet springt nach Eurostar-Ausfall mit Zusatzflug und größeren Jets zwischen London und Paris ein

Video

Flugzeug auf Zug: Waghalsiges Manöver.
Ein Pilot, ein fahrender Güterzug – und kaum Platz für Fehler. In der Türkei ist ein außergewöhnliches Landemanöver gelungen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Bildschirmfoto 2026-02-16 um 095023
Nach 16 Jahren im Dienst hat der Flugzeugbauer sein letztes Dreamliner-Testflugzeug ausgemustert. Die Boeing 787-8 sollte ursprünglich einen anderen Zweck bekommen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Boeing 777 von Latam: Kurz danach wurde der Start abgebrochen.
Kurz vor dem Abheben entschied sich die Crew eines Fluges von Latam zum Startabbruch. Die Boeing 777-300 ER kam erst am Ende der 3700 Meter langen Piste von São Paulo-Guarulhos zum Stehen. Erfolgte der Abbruch zu spät?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies