Jetzt kommt die Kehrtwende. Castlelake hat sein Angebot auf 690 Pence je Aktie in bar erhöht und bewertet Easyjet damit mit rund 5,2 Milliarden Pfund (6,07 Milliarden Euro). Am Sonntag (5. Juli) teilten beide Seiten mit, dass der Verwaltungsrat der britischen Billigairline dem Angebot grundsätzlich zugestimmt hat. Nun sollen die Einzelheiten der Übernahme ausgearbeitet werden.
Wer wird Easyjet am Ende wirklich übernehmen?
Dass Castlelake Easyjet überhaupt übernehmen kann, ist allerdings noch keineswegs selbstverständlich. Weil europäische Fluggesellschaften mehrheitlich europäischen Eigentümern gehören müssen, um ihre Verkehrsrechte innerhalb der EU zu behalten, braucht der US-Investor Partner aus Europa.
Größter Eigentümerwechsel der letzten Jahre
Castlelake verfolgt ein Geschäftsmodell, das in der Luftfahrt nicht unbekannt ist. Der Finanzinvestor steigt bei Airlines in besonderen Situationen ein, stabilisiert sie und trennt sich später wieder von seiner Beteiligung. So lief es auch bei SAS. Trotz des zwischenzeitlich stark gefallenen Aktienkurses gilt Easyjet allerdings als äußerst attraktives Übernahmeobjekt. Sie verfügt über eine moderne Airbus-Flotte, zahlreiche Lieferpositionen für neue Flugzeuge sowie wertvolle Start- und Landerechte an Flughäfen wie London-Gatwick, Mailand-Linate oder Genf.
Welche Pläne der Investor tatsächlich verfolgt, hat er bislang nicht offengelegt. Fest steht nur: Aus dem zunächst entschieden abgewehrten Übernahmeversuch könnte nun einer der größten Eigentümerwechsel werden, den die europäische Luftfahrt in den vergangenen Jahren erlebt hat.
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