Rettungsarbeiten nach dem Absturz 2019: Der Abschlussbericht ist jetzt veröffentlicht.

NTSB sieht LückenScharfe Kritik an Äthiopiens Bericht zum Absturz der Boeing 737 Max

Die äthiopische Unfalluntersuchungsbehörde hat kürzlich den Abschlussbericht zum Absturz einer Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines veröffentlicht. Ihr Pendant aus den USA sieht erhebliche Probleme beim Bericht.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland

Mittlerweile fliegen in großen Teilen der Welt wieder Boeing 737 Max. Doch die beiden tödlichen Abstürze von 2018 und 2019 beschäftigen viele Menschen noch immer. Und jetzt kommt es im Nachgang des Absturzes von Flug ET302 von Ethiopian Airlines auch noch zu Missstimmung zwischen den Untersuchungsbehörden in Äthiopien und den USA.

Das äthiopische Aircraft Accident Investigation Bureau EAIB hat dieser Tage seinen Abschlussbericht zum Absturz veröffentlicht. Doch die Kollegen aus den USA sehen darin erhebliche Mängel. Man habe den ungewöhnlichen Weg gewählt, die Kommentare zu Äthiopiens Bericht auf der eigenen Webseite zu veröffentlichen, weil die äthiopische Behörde diese nicht in ihren Bericht aufgenommen habe, schreibt das NTSB in einer Stellungnahme.

Vogelschlag als möglicher Faktor

Als Unfallursache haben die Ermittler in Äthiopien die Fehlfunktion des Maneuvering Characteristics Augmentation System MCAS identifiziert. Das NTSB stimmt insofern damit überein, dass man auch in den USA die fehlerhaften Eingaben des Systems, die zu einem Sturzflug führten, als Hauptursache angesehen werden. Doch in der Stellungnahme der Behörde heißt es, dass die äthiopischen Kollegen relevante Faktoren unerwähnt lassen.

So weist das NTSB darauf hin, dass auch Vogelschlag eine Rolle gespielt haben könnte. Am Flughafen in Addis Abeba kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen Vögel Flugzeuge beschädigen. Offenbar könnte auch der Zusammenstoß mit einem Vogel den Sensor beschädigt haben, der dem MCAS fehlerhafte Eingaben fütterte. So hat etwa Collins Aerospace, der Hersteller des Sensors des Flugzeugs, erklärt, dass die Auswertung der Flugdatenschreiber Ähnlichkeit mit früheren Fällen einer Beschädigung aufgrund eines Vogelschlags haben.

Leistung der Crew nicht thematisiert

Zudem habe das Ethiopian Aircraft Accident Investigation Bureau nicht berücksichtigt, dass das Flugzeug trotz MCAS-Fehlfunktion steuerbar geblieben wäre, wenn die Besatzung den Schub manuell reduziert und die manuelle elektrische Trimmung angemessen genutzt hätte. Entsprechende Anweisungen aus den USA habe Ethiopian Airlines Monate vor dem Unfall erhalten.

«Das Fehlen von Informationen über die Leistung der Flugbesatzung schränkt die Möglichkeit ein, umfassendere und ebenso wichtige Sicherheitsprobleme anzugehen», heißt es in der Veröffentlichung des NTSB. Daten zur Analyse der Leistung der Piloten während des gesamten Fluges seien aber eigentlich ohne weiteres verfügbar gewesen.

Keine Abschrift des Stimmenrekorders

Weitere Kritik übt die Behörde der USA an der Tatsache, dass der Bericht keine vollständige Abschrift der Daten des Stimmenrekorders im Cockpit enthält. Die äthiopischen Ermittler hätten zudem in unangemessener Weise analytische Kommentare hinzugefügt und die Abschrift verändert, ohne die übrigen Mitglieder des Untersuchungsteams zu konsultieren.

«Die derzeitige Darstellung des Transkripts verhindert, dass man ein vollständiges und objektives Verständnis des Ereignisses erhält», so die Schlussfolgerung des NTSB. Zudem wirft es dem äthiopischen Pendant auch Falschaussagen vor. Die Anpassungen, die Boeing an der 737 Max 8 umgesetzt hat, hätten keine endgültige Genehmigung erhalten, heißt es dort. Das sei falsch.

Falschaussagen?

Auch, dass Boeing nicht ordnungsgemäß auf die Anfrage von Ethiopian Airlines nach weiteren Informationen über das MCAS nach dem Absturz der 737 Max von Lion Air im Oktober 2018 reagiert hat, entspreche nicht den Tatsachen. Nach Angaben des NTSB hat Boeing am 3. Dezember 2018 in Ergänzung des zuvor veröffentlichten Betriebshandbuchs für alle Betreiber des Modells spezifische Leitlinien für den Umgang mit unkontrollierten Trimmbewegungen des Stabilisators bereitgestellt.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max von Lion Air: Ungeschulte Piloten hatten schlechte Karten.

40 Sekunden, um die Katastrophe zu verhindern

Boeing 737 Max 8 von American Airlines: Es fehlen noch Simulatoren.

American ändert Training für 737-Max-Piloten

Instrumente im Cockpit einer Boeing 737: Die Simulatoren für die 737 Max haben einen Mangel.

Auch die 737-Max-Simulatoren haben Fehler

ticker-boeing-1

Boeing entwickelt KI-Plattform für Flugzeugwartung mit Microsoft

Video

6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Anflug auf Tel Aviv mit Airbus A330 von Swiss: Vorerst nicht mehr möglich.
Jahrelang gehörte der Airbus A330 auf der Strecke zwischen Zürich und Tel Aviv zum gewohnten Bild. Doch damit ist vorerst Schluss: Swiss stellt im Sommer 2027 sämtliche Flüge auf Airbus A321 Neo um.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack