ArbeitsverweigerungMerkwürdiges Begehren eines Air-India-Piloten

Ein Pilot von Air India verzögerte den Abflug seiner Maschine um über zwei Stunden – aufgrund einer sehr merkwürdigen Forderung. Er schreckte auch vor Drohungen nicht zurück.

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Bei Air India kam es in dieser Woche zu einem merkwürdigen Vorfall. Laut verschiedenen Medienberichten weigerte sich der Pilot von Flug AI 263/264 zu fliegen. Der Grund: Er wollte ein ganz bestimmte Kopilotin an seiner Seite. Aber die war laut Dienstplan nicht verfügbar. Den Wunsch meldete er bereits am Mittwoch (6. April) an. Der Flug fand am 7. April statt. Für Indiens Nationalairline war das dennoch zu kurzfristig, um Änderugnen vorzunehmen.

Diese Begründung nahm der Kapitän offenbar nicht hin. Laut einem Bericht der Zeitung Times of India drohte er so lange damit, sich in letzter Sekunde krank zu melden, dass die Fluggesellschaft schließlich nachgab und ihm seine Wunsch-Kopilotin für den Flug von Chennai über Thiruvananthapuram nach Male zuwies. Das ganze Hin und Her führte zu eine Verspätung. Statt um 7 Uhr morgens hob der Flieger erst um 9:13 Uhr Ortszeit ab.

Air India hat Untersuchung eingeleitet

Warum genau der Pilot nur mit einer bestimmten Kopilotin fliegen wollte, ist nicht bekannt. Aber in den Medien wird berichtet, dass solche Machtspiele bei den Piloten üblich seien. Es gibt aber auch eine zweite Version des Vorfalls. In der soll der Pilot sich wegen Bluthochdruck kurzfristig geweigert haben zu fliegen. Die Mediziner hätten ihm dann zwei Stunden Pause verordnet.

Die Verspätung selbst hat Air India inzwischen bestätigt. Man habe eine interne Untersuchung eingeleitet und werde Konsequenzen ziehen, so Airline-Chef Ashwani Lohani. Ein derartiges Verhalten dulde man bei Air India einfach nicht. «Unsere Fluggesellschaft hat schon genug unter solchen Fällen von Disziplinlosigkeit gelitten» so Lohani. Er habe daher schon lange angeordnet, dass jeder Fall ihm persönlich zugetragen werde und man hart dagegen vorgehe.

Air India kämpft gegen schlechtes Image

Die indische Nationalairline schreibt seit Jahren Verluste und schafft es nicht, ihren schlechten Ruf abzuschütteln. Das Personal ist unzufrieden und streikt immer wieder – oder meldet sich in letzter Minute krank. Auch das Managemen des Star-Alliance-Mitglieds stand lange in der Kritik. So hatte man im Jahr 2014 etwa mehrere Monate nicht gemerkt, dass 100 Piloten ohne gültige Lizenz flogen. Lohani trat seine Stelle im September 2015 an und will das nun ändern – entsprechend hart dürfte er auch gegen den Piloten mit seiner rätselhaften Forderung vorgehen.

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