Airbus A320 Neo von Pegasus: Die Airline leitete Flüge um.

Pegasus, Flydubai Airlines drehen nach Warnung der Ukraine auf dem Weg nach Russland um und streichen Flüge

Volodymyr Zelenskyy warnt Fluggesellschaften ungewöhnlich deutlich vor Flügen durch Russland. Nur kurze Zeit nach der Ansage des ukrainischen Präsidenten kehren drei Flüge von Pegasus Airlines auf dem Weg nach Moskau um, weitere Verbindungen fallen aus. Auch Flydubai leitet Flüge um. Andere Airlines fliegen vorerst weiter.

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Luftfahrt

Drei Flugzeuge von Pegasus Airlines waren am Mittwoch (2. September) bereits auf dem Weg nach Russland, als ihre Reise plötzlich endete. Flug PC1456 von Bodrum nach Moskau drehte um, dasselbe passierte mit den Flügen PC1521 aus Izmir und PC1576 aus Antalya. Alle drei kehrten zu ihren Ausgangsflughäfen zurück.

Das Timing ist bemerkenswert. Nur kurz zuvor hatte der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyy eine ungewöhnlich direkte Warnung an die internationale Luftfahrt gerichtet. «Der russische Luftraum wird vollkommen unsicher», sagte er. Er wandte sich ausdrücklich an Fluggesellschaften, Versicherer und alle, die weiterhin wichtige russische Flughäfen nutzen. «Die Ukraine droht nicht der zivilen Luftfahrt an sich oder irgendeinem zivilen Flugzeug», sagte Zelenskyy. «Es ist einfach so, dass Drohnen im russischen Luftraum sein werden, und das muss in Betracht gezogen werden.»

130 Drohnen in einer Nacht

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden zwischen dem Abend des 1. und dem Morgen des 2. September 130 ukrainische Drohnen über elf russischen Regionen sowie über der annektierten Krim abgefangen und zerstört. Auch aus der Region Moskau wurden Drohnen gemeldet.

Die Behörden verhängten zeitweise Einschränkungen für Starts und Landungen an den Moskauer Flughäfen Vnukowo und Domodedovo. Russische Medien berichteten von rund 77 verspäteten oder gestrichenen Flügen an drei Flughäfen der Hauptstadt. Pegasus Airlines traf die deutlichsten Maßnahmen. Neben den drei umgedrehten Flügen fielen weitere Verbindungen aus. Betroffen waren Flüge zwischen Russland und Istanbul sowie Verbindungen von Antalya, Izmir und Dalaman zu russischen Zielen.

Turkish Airlines strich zwei Flüge

Ein Vertreter von Pegasus Airlines soll Passagieren eines gestrichenen Fluges laut einem Bericht des Portals Kyiv Post erklärt haben, die türkische Seite untersage Abflüge und man wisse nicht, wie es weitergehe. Auch Mitarbeitende an Pegasus-Ticketschaltern in Russland konnten demnach zunächst keine Angaben dazu machen, ob weitere Flüge nach Moskau stattfinden würden.

Turkish Airlines hielt den größten Teil ihres Moskau-Programms aufrecht. Zwei Abflüge aus Istanbul sowie zwei Flüge nach Istanbul wurden gestrichen. Ajet führte seine Verbindungen zwischen Istanbul und Moskau ebenfalls weiter durch. Golfairlines fliegen größtenteils, zumindest Stand jetzt, ebenfalls weiter nach und über Russland, so wie auch chinesische Airlines.

Flydubai leitete Flüge um

Bei Flydubai hingegen war im Betrieb eine Anpassung zu bemerken. Die Fluggesellschaft leitete rund um den 2. September gleich mehrere Verbindungen von Dubai nach Moskau-Vnukowo um. So kehrte etwa Flug FZ951 am 2. September um und flog wieder nach Dubai. Am 3. September flog Flug FZ989 nach Islamabad statt nach Moskau.

Pegasus bestätigte später gegenüber türkischen Medien, dass in der Nacht einige Flüge nach Russland gestrichen worden waren. Als Begründung nannte die Fluggesellschaft jedoch technische und operative Gründe, was viel bedeuten kann. Für den 2. September sollten die Russland-Flüge wieder wie geplant stattfinden. Für von den Ausfällen betroffene Passagiere kündigte Pegasus zusätzliche Verbindungen an.

«Die sicheren Tage am russischen Himmel sind vorbei»

Zelenskyy Warnung war jedoch ungewöhnlich deutlich. «Die sicheren Tage am russischen Himmel sind vorbei», erklärte der ukrainische Präsident. Der Krieg, den Russland begonnen habe, werde den eigenen Luftraum des Landes zunehmend schließen. Dabei betonte Selenskyj, die Ukraine wolle keine zivilen Opfer. Deshalb warne man Fluggesellschaften und andere Beteiligte an der internationalen Luftfahrt vor den Risiken. Auch das ukrainische Außenministerium und andere Institutionen sollen internationale Organisationen über die Gefahren im russischen Luftraum informieren.

Russlands Verkehrsminister Andrey Nikitin erklärte als Reaktion, die Behörden arbeiteten eng zusammen, um auf Gefahren für die zivile Luftfahrt zu reagieren. Die Luftfahrtbehörden stünden in ständigem Kontakt mit den Sicherheits- und Verteidigungsbehörden.

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