Eigentlich verlief Flug EW635 am 30. Mai ganz normal. Der Airbus A320 von Eurowings war auf dem Weg von Rhodos nach Köln/Bonn und gerade über Bosnien und Herzegowina auf 36.000 Fuß unterwegs. Die Besatzung erhielt von der Flugsicherung die Freigabe, auf 38.000 Fuß zu steigen. Doch daraus wurde nichts. Denn dabei begann es heftig zu wackeln.
Eine Flugbegleiterin der deutschen Fluggesellschaft wurde sogar gegen die Kabinendecke des Airbus A320 geschleudert, wie das Portal Aviation Herald berichtet. Die Cockpitcrew brach den Steigflug ab und sank wieder auf 36.000 Fuß. Laut Aviation Herald war der Grund für die Turbulenzen kein schlechtes Wetter oder Wind, sondern ein anderes Flugzeug.
Passagiere und Flugbegleiterin im A320 von Eurowings verletzt
Rund 7,6 nautische Meilen (etwa 14 Kilometer) voraus flog ein Airbus A380 von Emirates auf eben dieser Höhe von Dubai nach London-Heathrow. Während des Steigfluges geriet der Eurowings-Jet in die Wirbelschleppen des Superjumbos. Nachdem er anschließend wieder auf der ursprünglichen Flughöhe angelangt war, setzte die Crew den Flug nach Köln/Bonn ohne weitere Zwischenfälle fort.
Die Folgen in der Kabine waren erheblich: Mehrere Passagiere und die Flugbegleiterin an Bord des Airbus A320 mit dem Kennzeichen D-AEWS wurden leicht verletzt - Aviation Herald schrieb zunächst von vier verletzten Fluggästen. Nach der Landung am Flughafen Köln/Bonn standen Rettungskräfte bereit. Die Verletzten wurden zunächst an Bord behandelt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Die Flugdatenschreiber wurden laut dem Portal zur Untersuchung gesichert.
Eurowings: Fünf Fluggäste und eine Crewmitglied verletzt
Eurowings bestätigt den Vorfall auf Anfrage von aeroTELEGRAPH und erklärt, dass sich 157 Fluggäste an Bord des A320 befanden. Das Flugzeuge sei «infolge von Wirbelschleppen eines vorausfliegenden Flugzeugs in kurzzeitige Turbulenzen» geraten, erklärt eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter. «Dabei wurden fünf Passagiere sowie ein Crew-Mitglied leicht verletzt.» Diese seien direkt nach der Landung in Köln/Bonn von medizinischem Personal in Empfang genommen und versorgt worden. «Wir bedauern die Vorkommnisse und wünschen den Betroffenen eine schnelle Genesung», so die Sprecherin.
Wirbelschleppen – auf Englisch Wake Turbulence – entstehen hinter jedem Flugzeug. Es handelt sich um gegenläufig rotierende Luftwirbel, die sich an den Flügelspitzen bilden. Besonders große und schwere Flugzeuge wie der Airbus A380 erzeugen dabei besonders starke Verwirbelungen. Gelangt ein nachfolgendes Flugzeug in diese Luftwirbel, kann es zu plötzlichen Rollbewegungen, Höhenverlusten oder starken Turbulenzen kommen.
Airbus A380 und A320 hielten Mindestabstand offenbar ein
Um solche Situationen zu verhindern, gelten strenge Mindestabstände. Laut den Empfehlungen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation Icao müssen Flugzeuge hinter einem Airbus A380 auf gleicher Höhe oder bis zu 1000 Fuß darunter mindestens sieben nautische Meilen (rund 13 Kilometer) Abstand halten. Im Fall des Eurowings-Fluges lag der Abstand laut Aviation Herald damit damit knapp über dem empfohlenen Mindestwert.
Deutsche und bosnische Behörden im Austausch
Ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, kurz BFU, erklärte gegenüber aeroTELEGRPAH: «Das Ereignis wurde der BFU gemeldet.» Man stehe im Austausch mit der zuständigen Behörde in Bosnien und Herzegowina, «die dann vermutlich auch federführend die Untersuchung leiten wird».
Der Flugverlauf des Eurowings-Fluges:
Der Flugverlauf des Emirates-Fluges:
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