Airbus A320 von Eurowings: Solch ein Flugzeug erlebte den Tailstrike.

Tailstrike bei Landung in PaderbornAirbus A320 von Eurowings setzt mit Heck auf der Piste auf

Ein aus Mallorca kommender Jet von Eurowings ist am Flughafen Paderborn/Lippstadt bei einem Durchstartmanöver mit dem Heck auf der Piste aufgesetzt. Der Tailstrike sorgte für Angst in der Kabine.

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Eurowings-Flug EW6838 von Palma de Mallorca nach Paderborn/Lippstadt endete am Donnerstag (22. Mai) nicht wie gewohnt. Der Airbus A320 setze bei der Landung gegen 16:18 Uhr mit dem Heck auf der Piste auf - ein sogenannter Tailstrike. Die Crew war gerade durchgestartet. Rund eine Viertelstunde später, gegen 16:34 Uhr, landete das Flugzeug mit dem Kennzeichen 9H-EUT von Eurowings Europe Malta dann im zweiten Anlauf erfolgreich.

Der 15 Jahre alte Flieger «ist kurz vor dem Aufsetzen auf der Landebahn am Flughafen Paderborn unerwartet durchgesackt und hat deshalb mit dem Hauptfahrwerk härter als üblich aufgesetzt», erklärt ein Eurowings-Sprecher. Aus Sicherheitsgründen habe sich die Crew für ein Durchstartmanöver entschieden. «Dabei kam es zu einem sogenannten Tailstrike.»

Tailstrikes auch bei Marabu und bei DHL-Tochter

An Bord der Maschine befanden sich 121 Fluggäste. «Für die Passagiere und die Crew hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden», so der Sprecher. «Ein Abbrechen des Landeanflugs in Kombination mit einem Durchstarten ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches und kann durchaus vorkommen.»

Während ein Durchstartmanöver tatsächlich nicht sehr ungewöhnlich ist, ist ein Tailstrike durchaus ein ernst zu nehmender Vorfall. Im Februar gab die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU beispielsweise Berichte zu Tailstrikes eines Airbus A320 Neo von Marabu und eines Airbus A300 der DHL-Tochter EAT heraus.

Fluggäste berichten von schmerzhaftem Schlag

Ein Foto, das die Mallorca Zeitung veröffentlichte, zeigt Schleifspuren an zwei Stellen des Hecks des Eurowings-Jets. Das Blatt zitiert zudem zwei Fluggäste, die an Bord waren. Elisabeth Wurms berichtet, dass der Tailstrike deutlich zu spüren war. Sie und ihr Begleiter hätten einen «richtigen Schlag in den Rücken» gespürt. «Meine Schulter tut mir weh und Christian der Rücken». Im Flieger sei es sehr still gewesen anschließend, viele hätten augenscheinlich Angst gehabt. Der Pilot habe sich zunächst rund zehn Minuten nicht gemeldet. Bei der zweiten Landung hätten Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr bereitgestanden.

Zum Vorwurf, der Pilot habe die Fluggäste lange Zeit im Unklaren über den Vorfall gelassen, sagte ein Eurowings-Sprecher gegenüber der Zeitung: «Verständlicherweise erwarten Passagiere bei so einem Vorgang sehr zeitnah eine Erklärung – hierzu muss man aber wissen, dass für die Piloten in einer solchen Flugphase zunächst die erneute Anflugroute und die Kommunikation mit der Flugsicherung im Vordergrund steht und alle Kräfte bindet.» Das Flugzeug wird derzeit von Eurowings-Technikern untersucht.

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