Maschine von Pakistan International Airlines: Der Ex-Chef darf ausreisen.

Bernd HildenbrandSetzt sich Ex-PIA-Chef nach Deutschland ab?

Trotz Korruptionsvorwürfen darf der geschasste deutsche Chef von Pakistan International Airlines nun ausreisen. An seiner Rückkehr bestehen Zweifel.

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Ende April setzte Pakistan International Airlines ihren deutschen Chef Bernd Hildenbrand nach Korruptionsvorwürfen ab. Er durfte das Land nicht verlassen. Letzteres hat sich nun geändert, wie pakistanische Medien berichten. Demnach soll das Innenministerium dem Ex-Lufthansa-Manager am 4. Mai eine Sondererlaubnis erteilt haben, Pakistan für 30 Tage zu verlassen. Insidern zufolge soll die Entscheidung nach diplomatischem Druck gefallen sein, berichtet die Zeitung The Tribune Express.

Bei den Details gehen die Informationen auseinander: Während einige Zeitungen schreiben, Hildenbrands Name sei ganz von der sogenannten Exit Control List gestrichen, berichten andere, der Ausreisestopp bestehe weiterhin, sei aber für die genannten 30 Tage außer Kraft gesetzt. Auch in Bezug auf das Ausreisedatum gibt es Unklarheiten: In einigen Berichten heißt es unter Berufung auf das Innenministerium, der Ex-PIA-Chef werde am 30. Mai von Pakistan über Istanbul nach Frankfurt fliegen. Andere Medien schreiben, Hildenbrand habe Karachi bereits am 6. Mai mit Turkish Airlines Richtung Istanbul und Frankfurt verlassen.

Zweifel an einer Rückkehr

Laut The Tribune Express soll Hildenbrand den Behörden zugesichert haben, nach Pakistan zurückzukehren und sich wieder den Ermittlungen zu stellen. Trotzdem bleibe es laut Vertretern des Ministeriums abzuwarten, ob der Ex-Airline-Chef wirklich zurückkehre, hieß es weiter. Unter Verweis darauf, dass sogar Pakistaner während Prozessen das Land verlassen und nie wiederkommen, zitiert die Webseite Propakistani einen namentlich nicht genannten Vertreter der Ermittlungsbehörden mit den Worten: «Wie könnte man erwarten, dass ein deutscher Staatsangehöriger zurückkommt und sich den Ermittlungen stellt?»

Hildenbrand wird vorgeworfen, PIA habe unter seiner Führung ein Flugzeug von Sri Lankan Airlines überteuert geleast. Ebenfalls unter seiner Regie soll die Fluggesellschaft einen Airbus A310 unter Wert an ein deutsches Museum verkauft haben. Allerdings ist nicht bekannt, um welches Museum es sich handeln soll. Der A310 steht derweil am Flughafen Leipzig/Halle und gehört laut Angaben des Airports weiterhin PIA. The Express Tribune schrieb dagegen Ende April, ein Vertreter der Ermittlungsbehörden habe den Verdacht geäußert, Hildenbrand habe das Flugzeug selber gekauft. Der Beschuldigte hatte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Korruptionsvorwürfe bereits im März von sich gewiesen und gesagt: «Mein Gewissen ist rein.»

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