Flieger im Anflug auf den Airport Sde Dov: Ein Bild aus der Vergangenheit.

Stadtflughafen von Tel AvivSchließung von Sde Dov bringt Arkia in Not

Tel Avivs kleinerer Stadtflughafen hat den Betrieb eingestellt. Mit dem Aus von Sde Dov verliert Arkia ihre wichtigste Basis. Die Airline muss mehr als ein Drittel der Belegschaft entlassen.

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Der Stadtflughafen Sde Dov liegt direkt am Ende der Strandpromenade von Tel Aviv. Wenn die ATR und Embraer im Landeanflug der Küste entlang auf die einzige Piste 03/21 zusteuerten, schwebten sie am Ende am großen Schornstein des Gaskraftwerks Reading vorbei. Dann landeten sie in unmittelbarerer Nähe von ausgedehnten Wohngebieten. Seit vielen Jahren sollte der Airport mit dem Iata-Kürzel SDV deshalb geschlossen werden, um neuen Wohnraum zu schaffen.

Mehrere kurzfristig erteilte Galgenfristen verhinderten dies lange Zeit. Doch nun ist es wirklich vorbei: Benjamin Netanyahu ließ den Flughafen Montag (1. Juli) endgültig schließen. Laut des Büros des israelischen Ministerpräsidenten sei die Aufrechterhaltung des Flughafens zu teuer und würde «Schaden anrichten». Dies stößt nicht nur in der Tourismusbranche auf Kritik, sondern sorgt auch bei Arkia für großen Ärger.

Wichtigste Basis nicht mehr da

Für die israelische Fluglinie war der Airport sehr wichtig. Fast der gesamte Inlandsverkehr ab Tel Aviv startete in Sde Dov, mehr als zwei Drittel dieser Flüge führte Arkia durch. Mit der Schließung bricht ihr ein wichtiges Standbein weg. Denn der verbleibende Flughafen Ben Gurion kann derzeit nicht dieselben Kapazitäten bieten. Die Fluglinie sieht sich darum gezwungen, von ihren 650 Mitarbeitern etwa 250 zu entlassen, schreibt die Zeitung Globes.

Israels größter Gewerkschaftsverband Histadrut hat die Angestellten der Fluglinie nun zum Streik aufgerufen. Dessen Vorsitzender bezeichnete Arkias geplante Entlassungswelle als viel zu hart und erklärte, dass das Vorhaben gegen eine ausgehandelte Vereinbarung zwischen der Arbeiterunion und der Fluggesellschaft verstoße. Die Gewerkschaft riet Passagieren, sich auf Störungen im Flugbetrieb einzustellen. Einer der Mehrheitsaktionäre von Arkia, erklärte jedoch, dass die zahlreichen Entlassungen unausweichlich sind.

Bangen auch in Eilat

Die Schließung des Flughafen Sde Dov sorgt aber auch fern von Tel Aviv für Unmut. Denn die meisten Flüge von dort gingen zum Badeort Eilat am Roten Meer, der laufend um neue Besucher kämpft. Dort befürchtet die Tourismus-Branche jetzt, dass durch die Umstellung der Tel Aviv-Flüge Touristen Eilat fern bleiben könnten.

Nach Berichten der Zeitung The Jewish Voice möchte Premierminister Netanyahu in den nächsten Wochen ein fast 100 Millionen Euro schweres Entwicklungspaket für die Region in die Wege leiten. Dieser soll auch sicherstellen, dass die Kapazitäten zwischen den Flughäfen Eilat und Tel Aviv-Ben Gurion auf dem bisherigen Niveau bleiben.

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