Flieger von Air Berlin in Wien: Gibt es doch noch einen anderen Eigner?

Kritische EU-WettbewerbsbehördeScheitert Lufthansa bei Niki?

Die Übernahme der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki durch Lufthansa stockt. Die EU-Kommission hat wettbewerbsrechtliche Vorbehalte und will den Deal gemäß einem Bericht offenbar stoppen.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Carsten Spohr muss bei Margrethe Vestager vorsprechen. Der Lufthansa-Chef versucht der EU-Wettbewerbskommissarin im Gespräch glaubhaft darzulegen, weshalb sie die geplante Übernahme von Niki und anschließende Integration in Eurowings erlauben soll. Doch die europäische Kartellwächterin hegt offenbar Zweifel. Die EU-Kommission neige zu einem Nein zum Niki-Deal, heißt es in Medienberichten.

Duch die Übernahme von 81 Flugzeugen und damit großen Teilen von Air Berlin hat Lufthansa ihre Marktmacht in der Tat deutlich ausgebaut. Auf 55 Strecken ist neu ein Monopol entstanden. Viele davon wurden früher von Niki bedient. Vestager hatte sich denn auch schon vor einigen Wochen kritisch geäußert: «Auf einigen Strecken gibt es jetzt einen sehr hohen Marktanteil oder sogar ein Monopol», so die Politikerin in einem Interview. Das führe oft zu schlechteren Bedingungen für Passagiere und höheren Preisen.

Kein Geld mehr für Niki?

Die vertiefte Prüfung durch die EU bringt Niki offenbar in eine heikle Situation. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, soll Lufthansa die Zwischenfinanzierung der österreichischen Fluglinie einstellen wollen, falls die EU-Kommission eine vertiefte Prüfung des Air-Berlin-Deals plant. Denn so eine Untersuchung dauere 90 Werktage. «Dann wäre Niki wohl ebenfalls pleite», schreibt sie.

Die Vorbehalte aus Brüssel könnten Lufthansa-Konkurrenten zupass kommen. So ist etwa Thomas-Cook-Tochter Condor bei der Verteilung der Air-Berlin-Aktiva leer ausgegangen. Sie lobbyiert schon seit geraumer Zeit für Anpassungen des Deals.

Condor bringt sich wieder ins Spiel

«Normalerweise darf eine gescheiterte Gesellschaft nur dann von dem dominanten Anbieter übernommen werden, wenn es keine Alternative gibt», sagte Thomas Cooks Flugspartenchef Christoph Debus kürzlich der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. «Im Fall von Niki hat es bekanntermaßen mehrere Alternativen gegeben.» Condor hatte zusammen mit dem Österreicher Niki Lauda geboten, auch der British-Airways-Mutterkonzern IAG hatte eine Offerte eingereicht.

Mehr zum Thema

After the demise of Air Berlin in 2017, the airport was already used as a parking lot.

Wo Lufthansa neu ein Monopol hat

INNA und Wizz Air: Das Video zu Wizz Away wurde am Flughafen Bukarest gedreht.

Wenn Airlines auf Popstars setzen

Flughafen Mönchengladbach: Wirkt ruhig - ist aber ganz schön geschäftig.

Einst Grasfeld, dann Air Berlins Düsseldorf-Alternative und heute Innovationslabor

Flugzeug von Condor in Wien: Hier brummt das Geschäft.

Condor nennt ihre erfolgreichsten Städte-Strecken - und Unterschiede zu Air Berlin

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
delta kapitaen verlaedet gepaeck
Der Flug ab Atlanta hatte schon Verspätung und es war nur ein Mitarbeiter da, um das Gepäck ins Flugzeug zu laden. Da stieg ein Pilot von Delta Air Lines aus und packte mit an.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies