After the demise of Air Berlin in 2017, the airport was already used as a parking lot.

Nach Aus von Air BerlinWo Lufthansa neu ein Monopol hat

Air Berlin ist verschwunden, die Lufthansa-Gruppe übernimmt viele Strecken. Wo entsteht dadurch ein Monopol? Die Analyse.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Man sieht sie noch starten und landen, die Flugzeuge mit der rot-weißen Lackierung. Doch wo Air Berlin drauf steht, ist nicht mehr Air Berlin drin. Die Flieger sind für die Lufthansa-Gruppe unterwegs. Sie übernimmt - wenn alles nach Plan läuft - 81 Flugzeuge der insolventen Konkurrentin.

Durch das Ausscheiden von Air Berlin werden die Karten in Deutschland, Österreich und der Schweiz völlig neu gemischt. Vor allem die Lufthansa mit ihren Töchtern Eurowings, Swiss und Austrian Airlines, aber auch mit ihren künftigen Töchtern LGW und Niki, bekommt auf Dutzenden Strecken neu ein Monopol, wo vorher Wettbewerb geherrscht hat.

55 neue Lufthansa-Monopolrouten

Doch wo genau fliegt der Kranich neuerdings ganz ohne Konkurrenz? Das auf Daten zur Luftfahrtbranche spezialisierte Beratungsunternehmen CH Aviation hat für aeroTELEGRAPH das Angebot von Air Berlin (mit den Töchtern Belair und Niki) im vergangenen Juni mit dem laufenden Winter- und dem kommenden Sommerflugplan verglichen. Das Ergebnis ist klar: Die Lufthansa-Gruppe sicherte sich rund 70 Monopolrouten.

Allerdings hatte auch Air Berlin Strecken, wo sie ganz ohne Konkurrenz flog. Interessant ist deshalb vor allem, wo Lufthansa und ihre Töchter durch die Übernahme den Wettbewerb ausschalten konnten und neu ein Monopol herrscht. Auch das sind auf Basis der aktuell eingegebenen Flugplandaten immer noch 55 Strecken.

Auch Ryanair profitiert

Nicht nur die Marktführerin sicherte sich nach dem Ende von Air Berlin allerdings neue Monopole, sondern auch Airlines wie Easyjet, Germania oder Ryanair. Rechnet man sie auch noch dazu, entstanden durch das Ende von Air Berlin also 63 neue Monopolrouten. Was das für Folgen haben kann, zeigen die Erfahrungen des Verbandes Deutsches Reisemanagement. Flugtickets seien um bis zu 50 Prozent teurer geworden.

Für mutige Airline-Manager haben sich auch einige neue Chancen aufgetan. Denn etliche Strecken sind noch immer nicht neu besetzt worden. «Monopolstrecken sorgen meist für höhere Preise. Wie sich die Veränderungen in Deutschland für Passagiere auswirken, ist dennoch nicht abschließend klar», sagt CH-Aviation-Chef Thomas Jaeger. Entscheidend sei, was Easyjet machen wird. «Fliegen sie nur ab Tegel sind die Folgen spürbarer, als wenn sie auch in Düsseldorf operieren.»

Die Analyse im Detail:

Die neuen Monopolstrecken von Lufthansa ab Deutschland

Berlin-Tegel: Düsseldorf, Frankfurt, München, Nürnberg, Stuttgart. (Wien und Zürich sind ab Tegel zwar Monopolstrecken, Easyjet fliegt allerdings ab Schönefeld nach Wien und Zürich, daher sind es keine echten Monopolstrecken.)

Dresden: Düsseldorf.

Düsseldorf: Berlin-Tegel, Dresden, Genf, Hamburg, Keflavik, München, Neapel, New York JFK, Nizza, Nürnberg, Salzburg, Wien, Zürich.

Frankfurt: Berlin-Tegel.

Hamburg: Düsseldorf, Ibiza, München.

Köln: Ibiza, München.

München: Berlin-Tegel, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Sylt.

Nürnberg: Berlin-Tegel, Düsseldorf.

Paderborn: Palma de Mallorca.

Stuttgart: Berlin-Tegel, Neapel, Olbia.

Sylt: München, Zürich.

Die neuen Monopolstrecken von Lufthansa ab Österreich:

Graz: Palma de Mallorca.

Salzburg: Düsseldorf, Palma de Mallorca.

Wien: Catania, Chania, Düsseldorf, Faro, Fuerteventura, Funchal, Heraklion, Ibiza, Kalamtah, Karpathos, Korfu, Kos, Lanzarote, Las Palmas, Malaga, Marrakesch, Olbia, Palma de Mallorca, Keflavik, Rhodos, Santorini, Teneriffa Sur, Zakinthos. (Berlin-Tegel ist ab Wien eine Monopolstrecke, Easyjet fliegt allerdings nach Schönefeld, daher ist es keine echte Monopolstrecke.)

Die neuen Monopolstrecken von Lufthansa ab der Schweiz:

Genf: Düsseldorf.

Zürich: Brindisi, Düsseldorf, Lamezia Terme, Olbia, Pristina, Skopje, Sylt. (Berlin-Tegel ist ab Zürich eine Monopolstrecke, Easyjet fliegt allerdings nach Schönefeld, daher ist es keine echte Monopolstrecke.)

Neue Monopolstrecken anderer Fluggesellschaften:

Easyjet: Berlin-Tegel - Neapel, Berlin-Tegel - Olbia.

Germania: Berlin-Tegel - Kos, Düsseldorf - Samos, Nürnberg - Rhodos.

Lot: Berlin-Tegel - Warschau.

Luxair: Saarbrücken - Berlin-Tegel (war auch unter Air Berlin eine Monopolstrecke).

Ryanair: Köln - Malta, Nürnberg - Malta.

Skywork: Berlin-Tegel - Graz.

Tuifly: Basel - Heraklion.

Strecken, die noch brach liegen:

Berlin-Tegel: Abu Dhabi, Chicago, Danzig, Los Angeles, Miami, Prag, San Francisco, Varadero.

Düsseldorf: Boston, Curaçao, Fort Myers, Havanna, Los Angeles, San Francisco.

Memmingen: Calvi.

Salzburg: Calvi, Korfu, Rhodos.

Stuttgart: Malta, Sylt.

Wien: Calvi.

Zürich: Patras.

Mehr zum Thema

ticker-easyjet

Easyjet kündigt 18 neue Strecken ab Großbritannien an

ticker-easyjet

Easyjet nimmt drei neue Balkan-Strecken ab der Schweiz auf

Flughafen Nizza: Die Pisten sind unterschiedlich beleuchtet.

Easyjet stellte Beinahekollision von Nizza nach

ticker-easyjet

Easyjet-Crews in Portugal kündigen zehn Streiktage an

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren – und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier