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SAS erfindet sich neu

Die skandinavische Fluggesellschaft schafft die traditionellen drei Klassen ab und entwirft in Europa ein neues Service-Konzept.

SAS

An Bord eines SAS-Fliegers: Bald keine Klassen mehr

SAS Scandinavian Airlines sagt der Economy-, der Business- und der Economy-Extra-Klasse auf Wiedersehen – zumindest in Europa. Seit gestern Sonntag (9. Juni) gibt es an Bord der Flugzeuge nur noch zwei Klassen, SAS Go und SAS Plus. Die alten Klassenkonzepte seien dreißig Jahre alt, so die skandinavische Fluggesellschaft in einer Mitteilung. Sie würden nicht mehr widerspiegeln, was moderne Passagiere sich an Service wünschten. «Ob Geschäftsreisende oder Urlaubsreisende – Passagiere wollen Einfachheit und Verlässlichkeit – und Transparenz», erklärt SAS-Chef Rickard Gustafson. Das wolle man mit dem neuen Modell erreichen.

Wer SAS Go bucht, kann Getränke und Essen an Bord in Zukunft kaufen, Tee und Kaffee sind inbegriffen. Auf Inlandsflügen gibt es vor neun Uhr auch ein Frühstück. Sonst allerdings nicht. Bei der Plus-Klasse ist alles inklusive. Außerdem sind statt einem zwei Gepäckstücke erlaubt, die Reisenden haben Zugang zu den Lounges an den Flughäfen. Und Tickets lassen sich umsonst ändern. SAS Go, so verspricht die Airline, koste genauso viel wie bisher die Economy-Klasse. Die Plus-Tickets hingegen seien bis zu 30 Prozent billiger als die heutigen flexiblen Optionen.

Ähnlich wie Germanwings

Entwickelt hat SAS das Konzept gemeinsam mit den Kunden, heißt es. Im Internet konnten Interessierte in einem Forum ihre Ideen veröffentlichen. Man wolle so «die modernste Fluggesellschaft in Europa» werden, heißt es. Schliesslich schreiben die Skandinavier immer wieder Luftfahrtgeschichte. So führten sie als erste eine Touristenklasse (1952), das elektronische Buchungssystem (1958), das Inflight-Entertainment (1968) oder das Voll-Flachbett (1992) ein.

Ein ähnliches Konzept wie nun SAS mit Go und Plus entwikelte allerdings schon vor einigen Monaten Lufthansa-Tochter Germanwings. Auch bei ihr gibt es keine Klassen, sondern lediglich bestimmte Angebote, aus denen man sich das passende auswählen kann.



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