Letzte Aktualisierung: um 17:15 Uhr
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Streik in Frankreich

Ryanair will streikende Fluglotsen austricksen

Und wieder streikten die französischen Fluglotsen. Ryanair hat davon genug. Die Billigairline schlägt eine Lösung vor, wie man solche Streiks verhindern kann.

Flightradar 24/Bearbeitung aeroTELEGRAPH

Flug von British Airways an einem Streiktag: Großer Umweg, große Zusatzkosten.

Vergangenen Sonntag und Montag (20. und 21. März) war es wieder einmal soweit. Die französischen Fluglotsen streikten. Zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Flüge in Frankreich mussten deshalb annulliert werden. Bei den stattfindenden Flügen kam es zu Verspätungen. Es ist der 42. Streik der Berufsleute in sieben Jahren.

Seit 2009 haben die französischen Fluglotsen schon 42 Mal gestreikt.

Bei Ryanair will man das nicht länger hinnehmen. Man solle den Fluglotsen-Gewerkschaften das Recht auf Streiks entziehen, fordert die Billigairline. Die Handlungen der Arbeitnehmervertreter seien «selbstsüchtig» und stellten eine «Erpressung» der Passagiere dar, die man «in Geiselhaft» nehme. Ähnlich wie Polizisten und Militär in vielen Ländern Europas soll es darum Fluglotsen verboten werden, zu streiken, so Ryanair. In den USA sind Fluglotsen-Streiks bereits gesetzlich verboten. Das Verbot heiße nicht, dass die Fluglotsen sich nicht mehr gewerkschaftlich organisieren dürften, erklärt die Airline weiter.

Billiger als Single European Sky

Ebenso wirksam gegen streikende Fluglotsen hält Ryanair aber ein anderes Mittel. Andere europäische Flugsicherungen sollen während Fluglotsen-Streiks die Erlaubnis erhalten, Flüge über den französischen Luftraum zu regeln. «Technisch wäre das schon problemlos möglich», meinte kürzlich Ryanair-Chef Michael O’Leary im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. Es müsse nur noch umgesetzt werden.

Er hält diese Lösung auch für viel effizienter als das EU-Großprojekt in diesem Bereich. Single European Sky soll «das Flugsicherungssystem Europas für immer verändern. Es wird smarter, billiger, ökologischer und sicherer», verspricht Brüssel. Heute wird noch weitgehend national mit 50 Flugsicherungsanbietern und 650 Lufträumen operiert. Künftig soll es eine europäische Flugsicherung mit ein paar wenigen begrenzten Lufträumen geben.



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