Ryanair-Flügel: In ein paar Jahren vielleicht über dem Atlantik.

Ryanair will immer noch in die USA

Eigentlich hatte sein Stellvertreter Transatlantikflüge erst kürzlich ausgeschlossen. Doch Ryanair-Chef Michael O'Leary denkt da offenbar anders.

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Schon vor Jahren dachte Michael O'Leary einmal laut und wie immer medienwirksam darüber nach, Flüge in die Vereinigten Staaten anzubieten - für zehn Pfund notabene. Als im vergangenen Jahr der Kauf von Aer Lingus immer realistischer wurde, kamen erneut Gerüchte über eine Transatlantik-Offensive auf. Ryanair könnte sich über Aer Lingus ein Langstrecken-Standbein schaffen, hieß es. Mit dem Kauf wurde es nichts und somit schienen auch die Pläne vorerst erledigt. «Langstrecken sind für uns Griechenland und die Kanaren», erklärte denn auch O'Learys Stellvertreter Michael Cawley im März. «Ich glaube nicht, dass es zur Debatte steht, dass Ryanair Transatlantikflüge anbietet.»

Doch nun widerspricht O'Leary seinem Vize. Man führe bereits mit einigen Flughäfen Gespräche über Transatlantikflüge, erklärte er am Montag (22. April) laut einem Bericht der Zeitung The Irish Independent. Ryanair sei sehr daran interessiert, Transatlantikflüge anzubieten. Doch ein solcher Schritt sei wohl erst in vier bis fünf Jahren zu erwarten.

Eigentlich ausgeschlossen

Cawley lehnt den Schritt zumindest nicht mehr kategorisch ab, nennt aber die Herausforderungen: «Ich bin mir nicht sicher, ob eine Verbindung in die USA nachhaltig wäre», so der Vize bei einer Veranstaltung in Köln. Zum einen sei der US-Markt nicht sonderlich groß, dafür aber sehr teuer. «Wenn wir für einen Flug nach New York 199 Euro verlangen würden, müssten wir davon allein 50 Euro an den amerikanischen Flughafen zahlen». Zum anderen würden die Anbieter auf dieser Strecke den meisten Profit mit der Business Class und der First Class erzielen. «Wir müssten als auch eine Business Class anbieten. Das wäre ein großes Risiko, weil die Gewinnschwelle entsprechend hoch liegt», so Cawley. «Noch fehlt uns die Fachkenntnis auf diesem Gebiet.»

Als weiteren Grund nannte er schon zuvor, dass Langstreckenflieger einfach zu teuer seien. Erst ein wirklich günstiges Angebot könne die Billigairline dazu bringen, über derart weite Flüge nachzudenken. O'Learys neuste Andeutungen könnten also auch ein Zeichen an die Flugzeugbauer sein: Her mit den Rabatten!

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