Flieger von Ryanair: Der Unmut der Crews steigt.

Ärger mit den AngestelltenRyanair droht Flugbegleitern mit Kündigung

Eine Crew von Ryanair weigerte sich in Köln wegen Übermüdung weiterzufliegen. Kein Einzelfall. Die Billigairline reagiert mit einer Warnung.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Inflight Service Personnel (M/F/D)

Feste Anstellung
Business Aviation
Goldeck-Flug GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Wien/LOWW/VIE
Pilatus Logo

Mechaniker & Spengler

Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs

Die Crew von Ryanair startete am Sonntag (8. Juli) um 13.30 Uhr* pünktlich zum Dienst. Vier Flüge standen auf dem Tagesprogramm. Palma - Madrid, Madrid - Palma, Palma - Köln und Köln - Palma. Schon da war den in Mallorca stationierten Mitarbeitern bewusst, dass es ein schwieriger Tag wird. Denn Europas Luftfahrt kämpft aktuell Tag für Tag mit ungewöhnlich vielen Verspätungen. Das Problem zog sich denn auch durch den ganzen Tag.

Am frühen Abend stand ein Flug von Palma nach Köln auf dem Programm der Ryanair-Besatzung. In der Domstadt landete sie um 22:48 Uhr. Weitere 20 Minuten vergingen, bis die Passagiere aussteigen konnten. Die Crew hatte inzwischen mehr als neun Stunden Arbeit hinter sich. Der Kapitän fragte deshalb die gesamte Besatzung, ob sie sich noch fit für den geplanten Rückflug FR7212 zurück an die Basis Palma fühlte. Während der Kopilot bejahte, verneinten die vier Flugbegleiter.

Antraben in Dublin

Der Kapitän teilte den Entschluss seinem Vorgesetzten mit. Er bot zugleich an, die Boeing 737 mit dem Kopiloten noch leer nach Palma zu fliegen, damit sie wenigstens am nächsten Morgen am richtigen Ort stand. Das wurde von der Zentrale in Dublin abgelehnt. Beim Kapitän meldete sich später ein Manager von Ryanair. Er verlangte, einzeln mit allen Flugbegleitern sprechen zu können.

Auch ihm teilten die Flugbegleiter mit, weshalb sie sich nicht mehr fähig fühlten, zurück nach Palma zu fliegen. Sie argumentierten dabei hauptsächlich mit der Sicherheit. Der Manager aus Dublin ließ das nicht gelten und befahl der ganzen Crew, sich am nächsten Tag in Dublin vorzusprechen. Abflug um 7:55 Uhr am kommenden Morgen via Manchester.

Verspätungen und Flugzeuge an den falschen Basen

Bis die Besatzung im Hotel war, war es nach zwei Uhr nachts. Viel Schlaf gab es deshalb in jener Nacht nicht mehr. Beim späteren Treffen in Dublin wurden die Flugbegleiter dann gerügt und bei voller Bezahlung bis auf weiteres vom Dienst suspendiert, wie Dokumente belegen, die aeroTELEGRAPH vorliegen. Dies gilt bis die disziplinarische Untersuchung gegen sie abgeschlossen ist.

Es war offenbar kein Einzelfall. Denn jetzt am Mittwoch (11. Juli) wandte sich Ryanair-Managerin Andrea Doolan per Rundschreiben an alle Flugbegleiter der Billigairline. «In den letzten Wochen weigerten sich einige Flugbegleiter, ihre Dienste zu beenden.» Das sei unter der «irrigen Annahme geschehen, dass sie ein Recht dazu» hätten, schrieb die Chefin Inflight Operations weiter. Die Folge dieses Verhaltens seien Verspätungen und Flugzeuge an den falschen Basen gewesen.

«Inklusive Entlassungen»

Nur der Flugkapitän könne darüber entscheiden, ob der Dienst noch beendet werden müsse oder nicht, so Doolan. «Als Kabinenbesatzung haben sie Dienste von fünf Tagen und danach drei Tage frei. Ermüdung tritt darum kaum auf», so die Managerin. Erschöpfung sei auch beim Fall von Köln und anderen nicht der wahre Grund gewesen. Es seien Gründe wie zu wenig Essen oder Wasser an Bord vorgebracht worden. In solchen Fällen entscheide aber allein die Betriebszentrale in Dublin.

Es sei nur eine kleine Minderheit, die sich so verhalte, so Doolan im Rundschreiben weiter. Aber das könne man nicht tolerieren. «Wir weisen Sie darauf hin, dass solche Weigerungen disziplinarische Folgen haben - bis hin zu und inklusive Entlassungen.» Ryanair will zu den Vorgängen keine Stellung nehmen. «Wir kommentieren die Kommunikation mit unseren Mitarbeitern nich», erklärt ein Sprecher.

* Nach Erhalt neuer Dokumente wurde der Artikel angepasst. Insbesondere wurden nicht korrekt angegebene Zeiten korrigiert und neue Details zum Dienst der Crew und zur Anhörung in Dublin hinzugefügt. Die Aussagen des Artikels ändert das nicht.

Mehr zum Thema

Flieger von Ryanair: Einige Jets bleiben am Donnerstag am Boden.

Zeichen stehen bei Ryanair auf Streik

Boeing 737 Max von Ryanair: Ohne Internet unterwegs.

Michael O'Leary kritisiert Starlink - Elon Musk pöbelt zurück

ticker-ryanair

Vor allem Köln, Weeze, Memmingen und Bremen: Ryanair kündigt für Sommer 2026 elf neue Strecken ab Deutschland an

ticker-ryanair

Boeing 737 von Ryanair flog trotz Schaden an Triebwerksverkleidung weiter

Video

An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbusa350edelweissbusinesssuite003
Alles neu bei Edelweiss: Die Schweizer Ferienfluglinie stellt ihre komplett neu entwickelte Airbus-A350-Kabine vor. Premium Economy, Business Suite und ein aufgewertetes Design sollen das Langstreckenerlebnis neu definieren – ohne die Ferien-DNA zu verlieren. Genau darin liegt die Chance. Und das Risiko.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack