Flugzeug von Pobeda: Bald auch in Deutschland?

Zu hohe GebührenRusslands Billigairline streitet mit Weißrussland

Minsk war als erstes internationales Ziel der Aeroflot-Billigtochter Pobeda geplant. Doch zu hohe Gebühren und fehlende Slots verunmöglichen das. Profiteur ist Bratislava.

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Eigentlich sollte das erste internationale Ziel der Aeroflot-Billigtochter Pobeda die weißrussische Hauptstadt Minsk sein. Doch daraus wird nichts. Offenbar hat es die Fluggesellschaft nicht geschafft, geeignete Slots zu sichern, wie Informanten der Zeitung Wedomosti berichten. Zusätzlich will der Flughafen in Minsk offenbar hohe Steuern und Gebühren von den Russen.

Die Preise, die Pobeda pro Passagier zahlen müsste, so schreibt Wedomosti, seien teils höher als die günstigsten Tickets, mit denen man nach Minsk fliegen würde. Das mache einen profitablen Betrieb unmöglich. Daher hat Pobeda sich nun entschlossen, ab dem 19. Dezember als erste internationale Destination Bratislava und nicht Minsk anzufliegen.

Vorwürfe an weißrussische Regierung

Quellen bei Pobeda berichten russischen Medien, dass man davon ausgeht, dass die weißrussische Regierung es der Airline absichtlich schwer macht. So wolle man die eigene staatliche Airline Belavia schützen, die neben Aeroflot die einzige Fluggesellschaft ist, die Flüge von Moskau nach Minsk anbietet.

In Weißrussland ist man über diese Vorwürfe empört. Es habe noch gar keine Verhandlungen über den Pobeda-Betrieb in Weißrussland gegeben, heißt es aus dem Transportministerium. Daher sei man sehr wütend über diese Behauptungen.

Auch nach Köln und Chambery

Letzten Monat hat Pobeda die Erlaubnis für internationale Flüge erhalten. Neben Minsk und Bratislava hatte man auch Köln und Chambéry als Ziele angekündigt. Das verdankt sie der Tatsache, dass die russische Regierung eine Ausnahme gelten ließ. Denn eigentlich darf eine russische Airline erst nach zwei Jahren international fliegen. Pobeda gibt es aber noch nicht so lange.

Die Fluglinie ist die Nachfolge-Airline von Dobrolet, ebenfalls Aeroflot-Tochter. Gegründet wurde Pobeda Ende 2014 als Nachfolgerin von Dobrolet, die ihre Flüge im August 2014 einstellen musste. Die Europäische Union hatte sie nach der russischen Annexion der Krim auf die Sanktionsliste gesetzt, da sie mit ihren Krim-Flügen die Pläne der Regierung erleichtere. Das brach Dobrolet schließlich das Genick.

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