Verdacht auf BombeRussland verbietet Flüge nach Ägypten

Lange zögerte Russland. Nun handelte Präsident Wladimir Putin. Er verbietet gleich sämtliche Flüge nach Ägypten. Er geht damit noch weiter als Großbritannien.

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Bislang taten sich Ägypten und Russland sehr schwer damit, das B-Wort auszusprechen. Dass eine Bombe an Bord zum Absturz des Airbus A321 von Metrojet/Kogalymvia geführt haben könnte, davon wollten die beiden Länder bis anhin nichts wissen. Kein Wunder. Für Ägypten geht es um handfeste wirtschaftliche Interessen. Der bereits arg leidende Tourismus wird nach Bestätigung eines Terroraktes noch mehr leiden. Und für Russland geht es um die verletzte Ehre, für das Eingreifen im Syrien-Krieg von der IS bestraft worden zu sein.

In Großbritannien wurde man schnell viel deutlicher. «Wir gelangen zur Ansicht, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Bombe an Bord gibt», erklärte am Donnerstagabend Transportminister Patrick McLoughlin. Man stütze sich bei diesem Urteil auf alle verfügbaren Daten, dazu gehört auch das inzwischen für wahrscheinlich echt eingestufte Bekennervideo (siehe oben). Und weil man zu diesem Schluss gekommen sei, habe man handeln müssen. Großbritannien hält deshalb das Verbot für Flüge nach Sharm El-Sheik aufrecht. Flüge in die Gegenrichtung gibt es aber vereinzelte, um gestrandete Passagiere nach Hause zu bringen.

Russland geht nun weiter

Doch nun reagiert auch Russland. Gemäß einem Regierungssprecher hat Präsident Wladimir Putin am Freitag (6. November) angeordnet, gleich alle Flüge nach Ägypten zu verbieten. Damit geht Moskau gar noch weiter als Großbritannien, das nur Sharm El-Sheik auf die No-Fly-List setzte. Für Ägypten ist das ein harter Schlag. Die Russen waren im Nil-Land eine wichtige Touristengruppe. Sie machen rund ein Drittel aller Ankünfte aus.

Bereits am Donnerstag hatte Lufthansa-Tochter Eurowings von sich aus angekündigt, die Flüge nach Sharm El-Sheik zu suspendieren. Die Schweizer Tochter Edelweiss fliegt dagegen weiter. Auch am Freitag ging ein Flieger nach Sharm El-Sheik. Nach Auskunft des Unternehmens können alle Passagiere gratis annullieren. Nur rund ein Drittel der auf den an sich vollen Freitags-Flug gebuchten Reisenden hätten das getan.

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