MD11 von Lufthansa Cargo beim Beladen: Retourkutsche aus Russland?

Russland piesackt Lufthansa

Die Airline wollte für ihre Frachttochter mehr Überflugrechte in Sibirien. Moskau sagte nein - aus Protest gegen die EU.

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Der Prozess ist nervenaufreibend. Dutzende billaterale Vereinbarungen gibt es zu beachten. Wenn Airlines Überfluggenehmigungen für fremde Länder beantragen wollen, ist das deshalb sehr zeitaufwendig. Lufthansa Cargo wagte es nun wieder - und wurde für den Mut bestraft. Russland lehnte das Begehren des deutschen Frachtfliegers ab, öfter über Sibirien fliegen zu dürfen. Die Route ist vor allem für das Asiengeschäft vital, da sie die Reisezeiten abkürzt. Auch Finnair hatte dasselbe Begehren gestellt und bekam aus Moskau nun ein Njet als Antwort, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Die Flüge über Russlands fernen Osten waren immer heikel. Bislang verlangte das Land dafür die sogenannte Sibirien-Steuer. Eigentlich erklärte sich Moskau im Gegenzug für die Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO bereit, die Abgabe ab 2012 für alle neuen Flüge zu erlassen. Und ab 2014 verzichtet man ganz auf die Sibirien-Abgabe. Dadurch sparen die Fluggesellschaften gemäß Schätzungen von Experten pro Jahr 100 Millionen Dollar, weil ihre Wege kürzer werden. Nun aber ließ Moskau gegenüber Lufthansa und Finnair nochmals die Muskeln spielen.

Immer wieder Protest gegen ETS

Kenner der Verhältnisse setzen das Nein der Russen in Zusammenhang mit dem Emissionshandels-System ETS, in welches die EU auch die Fluggesellschaften einbinden will. Indische und chinesische Airlines boykottieren das Vorhaben bereits. Auch aus Russland wurden immer wieder kritische Stimmen laut. Das soll nun auch hinter der Ohrfeige für Lufthansa Cargo und Finnair stehen.

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