Beschädigter Airbus A380 in Moskau: Risiko wegen Ersatzteilmangel.

Bei SchädenWie Russlands Ersatzteilmangel auch für ausländische Airlines zum Risiko wird

Ein Airbus A380 von Emirates wurde im März stark beschädigt, als ein Fahrzeug in Moskau ihn rammte. Solche Zwischenfälle können für ausländische Airlines zum Problem werden.

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Dass russische Airlines ein Problem haben, ist kein Geheimnis. Aufgrund westlicher Sanktionen verfügen sie nicht über genügend Ersatzteile. Das führt zu mehr Zwischenfällen - aber auch dazu, dass sie weniger Flugzeuge zur Verfügung haben. Doch die Sanktionen können auch für ausländische Fluggesellschaften zum Problem werden.

Die «operativen und finanziellen Risiken, die mit dem Flug in ein stark sanktioniertes Land wie Russland verbunden sind» seien nicht zu unterschätzen, schreibt Andrew Doyle, der beim Datenanbieter Cirium für die Beobachtung der Marktentwicklung zuständig ist, in einem Blogeintrag. Das hätte sich unter anderem Ende März gezeigt, als ein Airbus A380 von Emirates in Moskau-Domodedovo gestrandet war.

Airbus A380 stark beschädigt

Ein Flughafenfahrzeug war außer Kontrolle geraten und hatte den Rumpf des Superjumbos unten stark beschädigt. Vier Tage war der Jet am Boden, bevor er leer nach Dubai geflogen werden und repariert werden konnte. Glück gehabt, so Doyle. Denn: «Dies wirft die Frage auf: Wie viele im Ausland registrierte - und auch von Leasinggebern verwaltete - Flugzeuge laufen Gefahr, in sanktionierten Ländern festzusitzen, wenn sie einen Schaden erleiden, der nicht ohne weiteres vor Ort repariert werden kann?», schreibt er.

Tatsächlich sind das einige. Allein im Monat Mai flogen 155 Passagier- und Frachtflugzeuge westlicher Bauart von Fluggesellschaften aus Zentral- und Ostasien, dem Nahen Osten und Afrika nach Russland. Insgesamt waren es 963 Besuche. Die Flieger verbrachten zusammen 2940 Stunden am Boden in Russland.

Ausfall kann teuer werden

Cirium brach das Ganze noch weiter herunter und untersuchte historische Daten zu Zwischenfällen. Statistisch gesehen dürften jährlich zwischen zwei und drei von ausländischen Airlines betriebene Großraumflugzeuge während ihres Aufenthalts in Russland beschädigt werden, heißt es - und das schließt die Kurz- und Mittelstreckenflieger noch aus. Die Annahme ist dabei ein Zwischenfall pro etwa 5000 Ankünfte.

Fluggesellschaften und Leasinggeber müssen sich überlegen, wie sie mit diesen Risiken umgehen. Denn bleibt ein Flugzeug in Russland aufgrund der Probleme am Boden, kann der Ausfall nicht nur teuer werden, weil die Reparatur kompliziert ist. Airlines brauchen aufgrund der Sanktionen auch eine Sondergenehmigung, wenn sie selbst Ersatzteile nach Russland einfliegen. Die Maschine fällt außerdem im Betrieb aus und kann keine zahlenden Gäste befördern.

Risiko auch bei außerplanmäßigen Landungen

Hinzu kommen außerplanmäßige Landungen, die bei einem Überflug von Russland nötig werden könnten. Wie zum Beispiel erst kürzlich bei Air India. Eine Boeing 777 (VT-ALG) der Airline musste auf dem Weg von Delhi nach San Francisco am 18. Juli in Krasnoyarsk landen, nachdem es im Frachtraum einen Rauchalarm gegeben hatte. Ein Ersatzflugzeug holte die Reisenden ab,  die VT-ALG konnte nach zwei Tagen zurück nach Mumbai fliegen.

Ein Jahr zuvor, am 6. Juni 2023, musste bereits eine andere Boeing 777 (VT-ALH) der Airline wegen technischer Probleme außerplanmäßig in der russischen Stadt Magadan landen. Auch dieser Flug hatte San Francisco zum Ziel. Die Reisenden wurden am 8. Juni von einer anderen Boeing 777 von Air India abgeholt und ans Ziel an der US-Westküste gebracht. Die VT-ALH flog am 10. Juni ohne Reisende an Bord zurück von Magadan nach Mumbai.

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