Superjet 100: Die Triebwerke müssen in Frankreich repariert werden.

Wegen SanktionenRussischen Superjet-Betreibern fehlen Triebwerke

Noch fliegen die Superjet 100 mit ausländischen Komponenten. Das wird vor allem bei den Motoren zum Problem. Sie können wegen den westlichen Sanktionen nicht mehr gewartet werden.

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Russland wollte schon länger unabhängiger vom Westen werden, wenn es um die eigene Luftfahrtbranche geht. Seit Ausrufung der westlichen Sanktionen als Reaktion auf den Angriff auf die Ukraine wurde der Wunsch zur Notwendigkeit. Doch noch immer fliegen größtenteils westliche Flugzeuge für die russischen Airlines.

Aus heimischer Produktion kommt bisher nur der Superjet 100, von dem rund 300 Exemplare unterwegs sind. Doch laut dem Chef einer russischen Fluglinie könnten viele von ihnen flugunfähig werden. Der Grund: Auch wenn der Superjet ein Flugzeug aus russischer Produktion ist: Ein Großteil der Komponenten kommt aus dem Ausland und bei ihnen gibt es inzwischen Probleme.

Triebwerke kommen nicht aus Frankreich zurück

Auch wenn ein russisches Triebwerk gerade entwickelt wird, fliegen die aktuellen Superjets noch mit russisch-französischen Sam-146-Triebwerken. Sie stammen aus einer Kooperation des Herstellers Safran und dem russischen Hersteller NPO Saturn. Aufgrund der Sanktionen des Westens gegen Russland  könnten sie aber nicht mehr in Frankreich repariert werden, berichtet Juri Lapin, Chef von Iraero der Zeitung RBK. Und nur Safran habe die Genehmigung dazu, so der Airlinemanager.

Seiner Fluggesellschaft fehlen deshalb bereits vier Triebwerke, weil sie die Motoren nicht im technisch einwandfreien Zustand halten kann. Mindestens zwei weitere russische Fluggesellschaften können Motoren nach der Reparatur in Frankreich nicht abholen, wie ihre Manager laut der russischen Wirtschaftszeitung Kommersant erklären. Einer von ihnen sagt, dass man die Beförderung von Passagieren mit dem Superjet 100 im Herbst einstellen müsse, wenn keine Lösung gefunden werde.

Bitte an die Regierung

Iraero-Chef Lapin bat jetzt den Gouverneur von Irkutsk, der russischen Regierung vorzuschlagen, der United Engine Corporation, der Muttergesellschaft von NPO Saturn, die Befugnis zur Reparatur von Triebwerken und zum Versand von Ersatzteilen für Verkehrsflugzeuge zu übertragen. Nur so lasse sich verhindern, dass bald alle Superjets am Boden bleiben müssen.

Nationalairline Aeroflot setzt auf Superjets, um ihre Auslandsflüge durchführen zu können. So riskiert sie nicht, dass ihre Flugzeuge dort beschlagnahmt werden.

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