Superjet im Flug: Wird russischer.

Ersatz westlicher TeileRussische Sitze des Superjets versagen auch im zweiten Test

Das russische Regionalflugzeug braucht Sitze aus heimischer Produktion. Doch die neuen Superjet-Sitze hielten einem Härtetest erneut nicht stand. Auch ein anderes Flugzeugmodell hat ein Sitzproblem.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Russland versucht, die eigenen Flugzeugmodelle soweit wie möglich von westlicher Technik zu befreien. Das erfordern die Sanktionen als Folge des Angriffs auf die Ukraine. Von Anfang an war klar, dass der Ersatz durch heimische Komponenten eine große Herausforderung wird, vor allem bei komplexen Systemen wie etwa der Flugsteuerung der MS-21 mit aktiven Sidesticks.

Doch nun gibt es beim Superjet New, wie die russischere Variante des Superjet 100 genannt wird,  unerwartet Schwierigkeiten mit einem technisch viel simpleren Teil: den Sitzen. Die westlichen Sitze kamen einst von B/E Aerospace aus Florida, die heute eine Tochter von RTX ist. Nun entwickelte das russische Aerospace Systems Design Bureau heimische Sitze für das Regionalflugzeug.

Auch im zweiten Test gescheitert

Allerdings hielten diese russischen Sitze des Superjet New im Dezember einem Test nicht stand. Dabei waren sie Kräften von 16 g ausgesetzt gewesen. Fotos zeigten, wie eine Reihe mit drei Sitzen nach vorne herausgerissen und umgekippt ist. Drei Testpuppen wurden darunter begraben.

Der gescheiterte erste Test. Bild: Screenshot Aviatorshina/Depositphotos/Montage aeroTELEGRAPH

Wie der Luftfahrtkanal Aviatorshina berichtet, wurden die Sitze nach dem missglückten Test zwar angepasst. Als sie Ende Januar erneut zum gleichen Test mussten, versagten sie aber wieder, eine Testpuppe brach entzwei. Fotos gelangten dieses Mal nicht nach außen.

Interesse aus Belarus, Iran, Nordkorea

Russland plante bereits 2019, den Anteil russischer Komponenten am Superjet auf 50 bis 60 Prozent zu erhöhen. Dass das Land 2022 durch die Sanktionen von westlichen Zulieferern abgeschnitten wurde, wurde das Projekt dringend. Vladimir Artyakov, stellvertretender Chef des staatlichen Dachkonzerns Rostec, gestand zwar ein, dass es nicht möglich ist, 100 Prozent russische Teile zu verwenden. Einen kleinen Anteil, den man selbst nicht herstellen könne, werde man weiterhin importieren müssen. «Aber unsere Partner werden uns immer helfen in dieser Angelegenheit», so Artyakov - ein Hinweis auf befreundete Staaten.

Der Superjet hat auch schon Interesse aus anderen Ländern auf sich gezogen. Die Nationalairline Belavia aus Belarus möchte den Superjet New kaufen. Auch Nordkorea und der Iran haben für heimische Fluglinien ein Auge auf den russischen Regionaljet geworfen.

Auch Baikal mit Sitzproblemen

Derweil berichtet Aviatorshina, dass es auch beim neuen Turbopropflieger LMS-901 Baikal Probleme mit den Sitzen gibt. Diese hätten zwar mehrere Tests bestanden. Bei einem Belastungstest mit 6G seien die Sitze ohne Schäden davongekommen, allerdings hätten die Belastungswerte im Bereich der Wirbelsäule weit außerhalb der Anforderungen gelegen.

Mehr zum Thema

Russische Sitze des Superjet New halten Test nicht stand

Russische Sitze des Superjet New halten Test nicht stand

Aeroflot-Flugbegleiterinnen: Die Airline war einmal die größte der Welt.

Aeroflot - vom Giganten zum Schatten ihrer selbst

LMS-901 Baikal wird im Windkanal getestet

LMS-901 Baikal wird im Windkanal getestet

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack