Neues Flaggschiff Tu-214Russische Industrie: Airbus und Boeing schon vergessen

Die russische Luftfahrtindustrie sieht in den Sanktionen auch Vorteile. Der Wechsel auf Flieger wie die Tupolev Tu-214 fördere eigene Kompetenzen. Außerhalb Russlands gilt das Modell als veraltet.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Keine Ersatzteile, keine Wartung, keine neuen Flugzeuge – die westlichen Sanktionen treffen die russische Luftfahrtbranche hart. Russland versucht aus der Not aber eine Tugend zu machen und dreht den Spieß in der Außendarstellung nun kurzerhand um.

«Keine Sanktionen ohne etwas Gutes», wirbt aktuell die Staatsholding Rostec, die unter ihrem Dach auch die Holding UAC aller russischen Flugzeughersteller vereint. Sie argumentiert, die Sanktionen würden dazu führen, dass die heimische Flugzeugindustrie Bestellungen in den erforderlichen Mengen erhalte. Das führe zu neuen Technologien, einer Modernisierung der Produktion und der Förderung von jungem Personal.

«Alle Anforderungen erfüllt»

Auch Rostec-Chef Sergey Chemezov drehte schon im vergangenen September den Spieß um, als er sagte, dass westliche Flugzeuge nie mehr nach Russland geliefert würden. Sie hätten den russischen Markt verlassen. Airbus und Boeing seien Marken, «die wir schon vergessen haben», so Chemezov.

Stattdessen setzte man in einem ersten Schritt auf die Irkut MS-21 und den Superjet 100. Allerdings sind in den Maschinen auch viele westliche Komponenten verbaut. Dafür habe man «schnell importsubstituierende Elemente entwickelt», erklärt der Manager.

Kommerzieller Flop

Um den Bedarf an Flugzeugen zu decken, holt Rostec ein altbekanntes, aber kommerziell erfolgloses Modell zurück: die Tupolev Tu-214. Sie gehört nun zu den Flaggschiffen der russischen Luftfahrtindustrie. Laut Rostec handelt es sich um ein «rein inländisches Flugzeug mit Hochleistungseigenschaften, das alle Anforderungen des modernen Luftverkehrs erfüllt».

Die Tu-214 kam im Jahr 2000 auf den Markt, als modernisierte Version der Tu-204 mit einem höheren Startgewicht und höherer Reichweite. Insgesamt wurden nur knapp 30 Exemplare gebaut, die vorrangig nicht bei Airlines flogen. Außerhalb Russlands gilt das Modell als technologisch veraltet - unter anderem aufgrund des Drei-Mann-Cockpits und der russischen PS-90A-Triebwerke, die etwa 10 Prozent mehr Treibstoff schlucken als westliche Motoren.

70 Stück bis 2030

Die Tu-214 hat jetzt aber auch einen Vorteil. Denn in ihr ist nur ein Minimum an westlichen Komponenten verbaut. Aeroflot hat nach Ausrufung der Sanktionen 40 Exemplare bestellt und soll schon 2024 die erste bekommen. Rostec will bis 2030 rund 70 Stück bauen.

Mehr zum Thema

Tupolev Tu-204 von Red Wings: Der letzte Betreiber der Passagiervariante flottet das Modell wiederein.

Red Wings wird schon 2023 wieder mit Tu-204 und Tu-214 fliegen

Tupolev Tu-214: Reichweite von 3800 Kilometer.

Aeroflot soll Tupolev Tu-214 zum Kern der Flotte machen

Tupolev arbeitet bereits an 20 Tu-214

Tupolev arbeitet bereits an 20 Tu-214

Airbus A320 Neo von Pegasus: Die Airline leitete Flüge um.

Airlines drehen nach Warnung der Ukraine auf dem Weg nach Russland um und streichen Flüge

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack