Boeing 737 von S7 Airlines: Russische Fluglinien brauchen westliche Ersatzteile.

Boeing 737 und Airbus A320Russische Firmen pumpen Millionen in den Nachbau westlicher Ersatzteile

Fluggesellschaften in Russland brauchen dringend westliche Ersatzteile. Jetzt investieren Unternehmen Millionensummen in den Ausbau der Produktion.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Russland schraubt die heimische Flugzeugproduktion hoch. Sergey Chemezov, Chef des staatlichen Technologie- und Rüstungskonzern Rostec, sagte kürzlich, er rechne damit, dass in den kommenden sechs Jahren die Zahl westlicher Flugzeuge in den Flotten russischer Fluglinien deutlich abnehmen werde. Dann müssten russische Flieger zur Verfügung stehen.

Ende 2023 sollen in Russland laut Daten der Luftfahrtbehörde Rosaviatsia 469 Kurz- und Mittelstreckenjets von Airbus und Boeing im Einsatz gewesen sein. Rosaviatsia spricht von 204 Boeing 737 und 265 Flugzeugen der Airbus-A320-Familie. Damit die Maschinen möglichst lange eingesetzt werden können, braucht Russland Ersatzteile.

Neue Fabrik mit 800 Arbeitsplätzen

Das ist ein Problem, denn im Zuge der westlichen Sanktionen bekommt Russland keine westlichen Teile mehr. Auch die Zertifikate für deren Produktion wurden dem Land entzogen. Nachdem neue Jets zu Ersatzteilspendern umfunktioniert wurden, hat Rosaviatsia allerdings schon 2022 russischen Unternehmen erlaubt, nötige Teile zu kopieren und selber zu bauen.

In Zukunft geschieht das in noch größerem Stil. Denn in der Nähe des Moskauer Flughafens Domodedovo baut ein Wartungsunternehmen namens Protektor Group eine neue Produktionsstätte für westliche Ersatzteile für Airbus A320 und Boeing 737. Die neue Produktionsanlage soll 800 neue Arbeitsplätze schaffen und umgerechnet 36 Millionen Euro kosten, berichtet das Magazin Aviationweek.

Firma hat bisher 737-Fahrwerke gewartet

Produziert hat Protektor bislang nichts. Das Unternehmen ist für die Überholung von Fahrwerken für die Boeing 737 zertifiziert. Erst in diesem Jahr erhielt es von der Luftfahrtbehörde die Zulassung als Produktionsbetrieb. Protektor stellt nun auch Strukturelemente für die Tupolev Tu-214 her.

Auch die S7 Group steckt Geld in den Aufbau neuer Produktionsstätten. S7 Technics investiert umgerechnet 26 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion ihrer Tochtergesellschaft Special Design Turbochargers Bureau SDTB in der Nähe von Penza, das rund 700 Kilometer südöstlich von Moskau liegt. Hergestellt werden Kunststoffkomponenten für Flugzeugkabinen.

S7 stellt sich breiter auf

S7 hatte schon im April 2023 die Fabrik Berdsk Electromechanical Plant erworben. Das Unternehmen wurde 1959 gegründet und ist auf die Präzisionsfertigung von Teilen und Komponenten für die Luft- und Raumfahrtindustrie spezialisiert.

Mehr zum Thema

Techniker von S7 bei der Wartung: Die Airline braucht dringend Ersatzteile.

S7 Airlines produziert fehlende Flugzeugteile bald selbst

Russland rechnet mit spürbar weniger ausländischen Flugzeugen ab 2030

Russland rechnet mit spürbar weniger ausländischen Flugzeugen ab 2030

Superjet und MS-21 werden unter Marke Yakovlev fliegen

Superjet und MS-21 werden unter Marke Yakovlev fliegen

ticker-airbus-konzern-

Airbus und MTU gründen Gemeinschaftsunternehmen für Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb

Video

Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin