Airbus A320 von Aeroflot, Sovetskoye Shampanskoye: Der «sowjetische Champagner» wird bis heute in Russland vertrieben - und soll nun den echten ersetzen.

Wein an BordRussische Airlines sollen Barolo, Beaujolais und Rioja verbannen

Aeroflot und Co. schenken Weine aus Italien, Frankreich und Spanien aus. Das missfällt Politikern. Sie fordern eine Pflicht für Wein aus Russland und befreundeten Staaten.

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In der Nähe von Gelendzhik am Schwarzen Meer, hoch über einer Klippe, liegt eine gigantische Residenz mit einer Wohnfläche von 17.700 Quadratmetern. Auf dem Gelände von 74 Hektar gibt es unter anderem ein Gewächshaus, eine Eisbahn, eine Kirche, ein Amphitheater und ein Gästehaus. Und neben Putins Palast, wie die Anlage genannt wird, liegen auch Weinberge.

Der russische Präsident verneint zwar, dass er etwas mit dem Prunkbau zu tun hat. Dennoch deutet sehr vieles darauf hin, dass es Vladimir Putin ist, der den Palast für sich erbauen ließ. Die Nähe zu einem Weingut ist kein Zufall. Denn der 70-Jährige liebt Wein. Er soll Weingüter in diversen Ländern besitzen. Und im Cricova-Weinkeller in der Republik Moldau lagert eine private Kollektion edler Weine von ihm.

Russland importiert viel Wein

Was Putin liebt, lieben viele Russinnen und Russen. Vor allem Weine aus Europa gelten als Statussymbol. Das Land war 2019 der neuntgrößte Weinimporteur der Welt. Italien, Spanien und Frankreich waren die größten Lieferanten.

Und so servieren russische Fluggesellschaften ihren besten Gästen bis heute edle Tropfe aus diesen Ländern. Das gefällt Sergei Altukhov gar nicht. Der Abgeordnete der Staatsduma ist Mitglied der kremltreuen Partei Einiges Russland und Mitglied des Ausschusses für Wirtschaftspolitik.

«Und sie liefern im Gegenzug Waffen nach Kiew»

Bei einer Sitzung vergangene Woche ergriff er das Wort. «Hier ist das Magazin einer großen russischen Fluggesellschaft, in dem unseren Bürgerinnen und Bürgern französische, spanische und italienische Weine angeboten werden. Bei anderen Fluggesellschaften ist die Situation ähnlich. Wir werben für Weinprodukte aus Ländern, die uns nicht freundlich gesinnt sind», so Altukhov, «und sie liefern im Gegenzug Waffen nach Kiew».

Der Politiker schlug zugleich vor, das zu verbieten. Der Verkauf und die Werbung für Weine aus «unfreundlichen Ländern» sollten nicht mehr erlaubt sein, so Altukhov. Und man solle die Barolos, Beaujolais und Riojas durch einheimische Produkte ersetzen. Er bekam Zuspruch vom Duma-Vorsitzenden Vyacheslav Volodin.

«Zwischen Produkten aus befreundeten Ländern und unseren wählen»

Altukhov glaubt, dass die russische Weinindustrie einen Sprung nach vorne gemacht habe und importierte Weine aus «unfreundlichen Ländern» vollständig ersetzen könne. «Wir sollten unseren Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, zwischen Produkten aus befreundeten Ländern und unseren Produkten zu wählen», so der Politiker.

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