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Tarom lehnt USA-Flüge ab

Die rumänische Nationalairline will nicht in die USA fliegen. Sie sieht sich der Konkurrenz schlicht nicht gewachsen.

Arpingstone/Wikimedia/CC

Airbus A310 von Tarom: Der einzige Langstreckenflieger der Airline.

Man müsse an sein Überleben denken, findet Traian Basescu. Der rumänische Präsident erteilt daher allen, die auf Flüge der Nationalairline Tarom in die Vereinigten Staaten gehofft hatten, eine klare Absage. Und das ausgerechnet auf einem Treffen in den USA, an dem er sich mit Exil-Rumänen unterhielt. Die Verluste, die die Flüge einbringen würden, rechtfertigen das laut Basecu schlicht nicht mehr. «Flüge in die USA haben uns pro Flug Zehntausende Dollar und Millionen im Jahr gekostet», so der Präsident. Da der Staat die Airline nicht noch mehr unterstützen könne, müsse sie nun wie ein Unternehmen denken. Die Konkurrenz auf den Transatlantikflügen sei einfach viel zu groß.

Schon lange hat die Fluglinie viele dieser Routen gestrichen. Außer Zielen in Europa fliegt die nur noch solche im Nahen Osten an. Chicago, New York, Montreal, Peking und Bangkok fielen bereits zwischen 2000 und 2003 den Sparmaßnahmen der Airline zum Opfer, ebenso wie ein Teil der regionalen Strecken. Auch wenn er die Wichtigkeit einer Direktverbindung in die USA erkenne , «zumindest im nächsten Jahr würde ich falsche Hoffnungen schüren, wenn ich ein solches Versprechen gebe», so Basecu gemäß der Zeitung The Diplomat.

Zu kleine Flieger

Ein Grund dafür liege auch in der Flotte. Die Flieger von Tarom seien zu klein, um mit denen der Konkurrenz mitzuhalten. Momentan besteht die Flotte aus 23 Jets, fast ausschließlich Kurz- und Mittelstreckenflieger von Airbus, Boeing und ATR. Der einzige Langstreckenflieger ist ein Airbus A310-300. Dieser Flugzeugtyp wird offiziell seit 2007 nicht mehr produziert, ausgeliefert wurde der letzte A310 1998. Zwar plant die Airline die Flotte bald zu modernisieren und zu vergrößern, doch konkrete Pläne sind noch nicht bekannt.

Denn Tarom hat Geldprobleme. Trotz zwei Millionen transportierten Passagieren ist sie defizitär und schreibt Verluste in Millionenhöhe. So plant der Staat auch eigentlich schon länger eine Privatisierung. Doch so richtig vom Fleck kommt diese nicht. Seit Monaten hätte ein erster Teil der Anteile verkauft sein sollen. Doch das geschah nicht.



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