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Neuer Flop von Rostock Airways

Die deutsche Regionalfluggesellschaft hatte große Pläne. Doch außer Versprechen blieb von Rostock Airways bislang nichts. Die Airline scheint am Ende.

Über den Wolken: Da sind die Ideen grenzenlos.

Das letzte Lebenszeichen kam Anfang März. Ab Mai werde man am Morgen vom Flughafen Zweibrücken nach Berlin fliegen und abends zurück. Dabei würden Flugzeuge vom Typ Bombardier CRJ 200 oder CRJ 700 mit 50 bis 70 Sitzplätzen eingesetzt, erklärte Rostock-Airways-Vertreter Roland Ehrsam damals der Saarbrücker Zeitung. Und wenn dann die Nachfrage anziehe, steige man auf Fokker 100 oder Boeing 737 um. Es klang alles nach fortgeschrittenen Plänen.

Seither ist es ruhig geworden um Rostock Airways. Aus gutem Grund. Denn aus den angekündigten Berlin-Flügen wird nichts, wie Recherchen von aeroTELEGRAPH ergaben. «Der Aufsichtsrat des Flughafens Zweibrücken hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Gespräche mit Rostock Airways zu beenden», bestätigt ein Sprecher des Flughafens. «Trotz länger andauernder Gespräche war ein tragfähiges Konzept nicht erkennbar», fährt er fort.

Regionalfluggesellschaft für Geschäftsreisende

Rostock Airways selbst scheint wie vom Erdboden verschluckt. Die Ende Januar aufgeschaltete Internetseite der Fluglinie ist bereits wieder offline. Auf Anfragen von aeroTELEGRAPH reagiert der Geschäftsführer von Rostock Airways, ein Anwalt aus Weimar ohne Erfahrung in der Branche, nicht.

Dabei hatte Rostock Airways noch vor Kurzem große Pläne. Man sei eine neue deutsche Regionalfluggesellschaft für Geschäftsreisende, erklärte das Unternehmen ambitiös. Man werde dabei «hohe Qualität und absolute Zuverlässigkeit in Kombination mit attraktiven Flugpreisen» anbieten. Das Angebot sei auf Businessleute zugeschnitten.

Das Geld floss nie – Air Alps am Ende

Für ein paar wenige Tage war Rostock Airways dann auch tatsächlich in der Luft. Die österreichische Air Alps bediente für sie die Strecke Bremen – Zürich. Doch innerhalb kürzester Zeit gab es Ärger. Der deutsche Partner hielt offenbar Versprechen nicht ein und zahlte nicht. Und so war Air Alps nicht mehr bereit, die Flüge durchzuführen.

Für Air Alps war das besonders bitter. Denn Rostock Airways hatte zuvor gar angekündigt, die österreichische Fluglinie zu übernehmen. Dank der Pläne von Rostock Airways hatte man in Innsbruck gehofft, der drohenden Liquidation zu entgehen und wundersam wieder aufzuerstehen. Doch das versprochene Geld zur Übernahme und für eine Kapitalerhöhung floss nie. Darum verlor Air Alps ihre Lizenz. Es ist das endgültige Aus für das Unternehmen.

Überall verbrannte Erde

Ungeachtet dessen verkündete Rostock Airways den Ausbau in Zweibrücken. Nun zeigt sich: Die virtuelle Airline hinterlässt ein weiteres Mal verbrannte Erde. Am Anfang wollte sie groß in Rostock starten, zerstritt sich aber mit dem Flughafen-Management. Später kam das Bremen-Intermezzo, nun Zweibrücken.

Eines ist daher klar. Im Ankündigen ist Rostock Airways Meister. Im Februar sagte das Unternehmen noch, im Sommer 2014 werde das Streckennetz allgemein erweitert. Rostock Airways wollte ab Bremen nicht nur nach Zürich sondern auch nach Avignon, Brüssel, Dresden, Göteborg, Köln, Luxemburg und Nürnberg fliegen, wie das Unternehmen damals erklärte. Daneben war eine Verbindung von Köln nach Genf geplant, wohl als Verlängerung der Strecke Bremen – Köln.



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