Wüste in der Nähe von Riyadh: Riyadh Air ist offiziell gegründet worden.

Zweite Nationalairline Saudia-ArabiensRiyadh Air greift Emirates, Etihad und Qatar Airways an

Saudi-Arabien macht ernst mit der zweiten Nationalairline. Die Regierung hat offiziell den Start von Riyadh Air verkündet. Das ist eine schlechte Nachricht für Emirates, Etihad und Qatar Airways.

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Jetzt fiel der Startschuss. Kronprinz Mohammad bin Salman bin Abdulaziz gab am Sonntag (12. März) die offizielle Gründung der zweiten Nationalairline Saudi-Arabiens bekannt. Sie wird Riyadh Air heißen. Der erste Namensentwurf hatte RIA oder Riyadh International Air gelautet.

Bis 2030 soll die neue Fluggesellschaft ab Riyadh mehr als 100 Ziele auf der ganzen Welt ansteuern und Gästen ein «ein außergewöhnliches Erlebnis bietet, in dessen Mittelpunkt die authentische, herzliche saudische Gastfreundschaft steht», erklärte er. Das Ziel ist es, Emirates und Qatar Airways zu überflügeln und den Tourismus im Königreich voranzubringen, der die Abhängigkeit vom Öl verringern soll.

Konzentration auf Riyadh

2030 will Saudi-Arabien 330 Millionen Fluggäste jährlich zählen – drei Mal so viele wie heute. Daneben möchte das Land das Frachtvolumen auf 4,5 Millionen Tonnen vervierfachen. Es soll dann mit 250 Zielen weltweit direkt verbunden sein, statt nur 99 wie aktuell. Dabei wird Riyadh Air eine zentrale Rolle spielen.

Das geplante Wachstum ist derart groß, dass es für eine Airline schwierig wäre, es alleine zu bewältigen. Und deshalb gründet Saudi-Arabien mit Riyadh Air eine zweite Nationalairline. Während Saudia sich auf Jeddah als Ausgangspunkt für Besuche zu den beiden heiligen Städten Mekka und Medina sowie  das Rote Meer konzentrieren wird, wird sich ihre neue Schwester auf die Wirtschaftsmetropole fokussieren.

Mehr als 100 Flugzeuge

Chef von Riyadh Air ist weiterhin Ex-Etihad-Chef Tony Douglas, auch wenn zwischenzeitlich sein Abgang verkündet worden war. Er wird schnell eine Entscheidung zur Flotte treffen müssen. Es wird denn auch erwartet, dass Riyadh Air sehr bald eine große Bestellung platzieren wird, die mehr als 100 Flugzeuge umfasst.

Das Logo der neuen Fluggesellschaft. Bild: Riyadh Air

Der saudische Staatsfonds, der Eigentümer von Riyadh Air ist, verhandelt seit Monaten mit Airbus über eine Order auch von A350. Gleichzeitig spricht er mit Boeing auch über Kurze- und Mittelstrecken- sowie Langstreckenjets. Er wird wohl beide Hersteller berücksichtigen, um genügend schnell genügend Flieger zu bekommen.

Viel saudische Kundinnen und Kunden

Schlechte Nachrichten ist die Ankündigung für die Golfairlines. Nicht nur bekommen sie eine neue Konkurrentin. Emirates, Etihad und Qatar Airways fliegen auch sehr viele Saudis über ihre Drehkreuze in die Welt. Bis zu einem Viertel der Reisenden - je nach Klasse – stammt aus Saudi-Arabien. Wenn sie künftig vermehrt mit Riyadh Air fliegen werden, werden sie das spüren.

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