Turbopropmaschine: Der Regionalmarkt ist hart umkämpft.

Jede dritte Regionalairline stirbt

Steigende Treibstoffkosten und schwache Konjunktur setzen Europas Regionalairlines zu. In den letzten fünf Jahren verschwanden 65 Anbieter.

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Nach 55 Jahren war Schluss. Am Abend des 27. Januar stellte OLT Express Germany den Flugbetrieb ein. Damit war eine der ältesten deutschen Fluggesellschaften überhaupt am Ende. So hart das für alle Beteiligten war - ein Einzelschicksal ist es nicht. Von den 195 europäischen Regionalfluggesellschaften, die in den letzten fünf Jahren existierten, überlebten nur noch 130. Das ergab eine neue Studie des Luftverkehrsdatenbank-Anbieters CH Aviation und des Beratungsunternehmens Prologis. Mit anderen Worten: Jedes dritte Unternehmen musste aufgeben. Das hatte dramatische Folgen auf dem Arbeitsmarkt. Boten die Regionalfluggesellschaften Europas 2008 noch 15'100 Stellen an, sind es heute nur noch 11'900 – rund 21 Prozent weniger. Die Liste der gescheiterten Airlines ist lang: Auf ihr finden sich Namen wie Air Southwest, Austrojet, Baboo, Cirrus, Cityline Swiss, Contatc Air, Denim Air, Flytouropa, Islas Airways, Robin Hood Aviation

Und dennoch melden fast schon im Monatstakt neue Unternehmen Pläne im europäischen Luftverkehrsmarkt an - so beispielsweise Maastricht Airlines, Minoan Air oder Lübeck Airways. Doch bei neu gegründeten Regionalairlines ist die Sterberate noch viel höher. Von den 42 in den letzten fünf Jahren neu gegründeten Anbietern gaben 22– mehr als die Hälfte – wieder auf. «Die äußeren Rahmenbedingungen bleiben weiterhin sehr anspruchsvoll. Steigende Treibstoffkosten, mangelnde politische Unterstützung und eine schwächelnde Konjunktur werden sicherlich nicht zu einer Entspannung der Situation führen», kommentiert CH-Aviation-Experte Thomas Jäger.

Un es kann doch klappen

Für die Studienautoren ist klar, dass sich an den schwierigen Bedingungen nicht so schnell etwas ändern wird. Nur Regionalairlines, die im Auftrag von großen Fluglinien fliegen können, haben deshalb in ihren Augen eine wirklich gute Überlebenschance. Denn sie können auf Kostenvorteile durch Synergien in der Technik und im Betrieb zählen. Doch die verbundenen Fluglinien machen nur einen Drittel aller regionalen Gesellschaften aus.

Zwei Drittel der europäischen Regionalairlines versuchen es ganz aus eigener Kraft. Das kann dann klappen, wenn sie am richtigen Ort sitzen - in einer geschützten Nische. Wenn es keine Konkurrenz durch Busse, Schnellzüge, Schiffe oder auch Billiganbieter gibt, hätten Regionalfluggesellschaften eine Chance, so die Autoren. Denn dann lassen sich die Tickets teurer verkaufen. CH Aviation und Prologis nennen als positive Beispiele Direktflyg, Malmö Aviation oder auch Widerøe.

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