Letzte Aktualisierung: um 19:56 Uhr

PSO-Strecke

Regionalairline schnappt Lufthansa München-Strecke weg

PSO-Strecken werden staatlich subventioniert. Straßburg - München gehört dazu. Drei Jahre lang bediente Lufthansa die Route. Jetzt verlor sie den staatlichen Auftrag an die französische Regionalairline Amelia.

Amelia

Embraer ERj 145 von Amelia. Künftig statt der Bombardier CRJ 900 von Lufthansa zwischen München und Straßburg im Einsatz.

Am 9. April 2019 nahm Lufthansa eine neue Strecke auf. Die deutsche Fluggesellschaft verband ab dann München werktäglich mit Straßburg und umgekehrt. Am 8. April 2022 stellt sie die Flüge wieder ein. 1560 Mal waren bis dahin die Bombardier CRJ 900 der Tochter Cityline auf der Route unterwegs.

Es ist kein Zufall, dass Lufthansa die Flüge zwischen der bayerischen Hauptstadt und der Stadt im Elsass exakt drei Jahre lang anbot. Bei der Strecke handelt es sich um eine sogenannte PSO-Strecke. Die Abkürzung steht für Public Service Obligation, auf Deutsch Gemeinwohlverpflichtung.

Geld von der Regierung

Regierungen können gemäß den Regeln der Europäischen Union Flugverbindungen festlegen, die «für die wirtschaftliche Entwicklung der Region, die sie bedienen, von entscheidender Bedeutung» sind. 154 davon gibt es aktuell. Oftmals sind es Inlandsrouten. In Frankreich gehören etwa Brest- Ile d’Ouessant oder dazu, in Estland Tallinn – Kuressaare, in Italien Olbia – Mailand, in Griechenland Aktio – Sitia oder in Spanien La Gomera – Teneriffa-Nord dazu.

Bei diesen Routen gibt es oftmals kein Interesse von Fluggesellschaften, sie zu bedienen. Deshalb können Länder von Brüssel bewilligte Subventionen für sie zahlen. Damit wird der Verlust ausgeglichen, die Airlines einfliegen, weil sie die Verbindung aufrechterhalten. So auch im Falle München und Straßburg. Lufthansa erhielt für die Strecke exakt 1.132.666,67 Euro, wie EU-Unterlagen zeigen.

Nicht alle PSO-Strecken werden auch bedient

München – Straßburg wurde 2018 erstmals öffentlich ausgeschrieben. Damals setzte sich Lufthansa gegen zwei andere Bewerber durch. 2021 hat die deutsche Fluglinie die neue Ausschreibung für die Periode 2022 bis 2025 verloren. Am 9. April übernimmt die französische Regionalairline Amelia. Sie wird die Route mit Embraer ERJ 145 mit 50 Plätzen bedienen.

Nicht alle PSO-Strecken, die im Angebot sind, werden am Ende tatsächlich bedient. So blieben etwa trotz Subventionen unbedient. So hat sich niemand für die von Tschechien ausgeschriebenen Strecken Brno – München, Ostrava – München und Ostrava – Wien interessiert.