Letzte Aktualisierung: um 15:53 Uhr

Regierung fordert von El Al den Verkauf von Flugzeugen

Die israelische Nationalairline will nochmals Geld vom Staat. Doch die Regierung setzt El Al einige Bedingungen in puncto Flotte und Vielfliegerprorgamm und nimmt den neuen Mehrheitseigentümer in die Pflicht.

Tis Meyer/Planepics.org

Boeing 777 von El Al: Die Fluggesellschaft hat ihre Triple Seven in der Corona-Krise frühzeitig stillgelegt.

Im März feierte die ganze Welt Israel als leuchtendes Beispiel. Das Land hatte bereits die Hälfte der Bevölkerung gegen Covid-19 geimpft, während die meisten anderen Staaten eben erst damit begannen. Nur fünf Monate später kämpft es mit steigenden Ansteckungzahlen und vielen Hospitalisierungen.

Schuld sind eine junge Bevölkerung, die sich noch nicht impfen kann oder will, und impfskeptische Personengruppen wie etwa Ultrareligiöse. Sie sorgen dafür, dass die Impfrate bei etwas über 61 Prozent verharrt.  Schuld sind aber auch zu frühe Lockerungen vieler Maßnahmen und der Einfluss der Delta-Variante. Für den Tourismus hatte das schlimme Folgen. Minus 85 Prozent beträgt das Minus bei den ausländischen Hotelgästen im ersten Halbjahr 2021.

Auch Arkia und Israir wollen Geld vom Staat

Dies spürt auch die Luftfahrt. Zwischen Anfang Januar und Ende Juni reisten 197.700 Passagierinnen und Passagiere mit dem Flugzeug nach Israel, 71 Prozent weniger als 2020 und gar 92 Prozent weniger als 2019 als das Land noch 2,5 Millionen Ankünfte an seinen zwei internationalen Flughäfen. Kein Wunder rufen El Al, Arkia und Israir den Staat bereits erneut um Hilfe, um die negativen Folgen der neuen Corona-Restriktionen abzufedern.

Die israelische Regierung zeigt sich denn auch offen gegenüber dem Ansinnen. Doch sie unterstützt die großen Fluggesellschaften des Landes mit weitaus weniger als diese wünschten. Arkia wollte 35 Million und Israir 20 Millionen Dollar, bekamen aber nur je sieben. El Al verlangte 150 Millionen Dollar, erhält aber nur 50 Millionen.

Auch Teil des Vielfliegerprogramms muss veräußert werden

Die Regierung hat aber nicht nur den Betrag massiv gekürzt, den sie über eine drei Jahre laufende Wandelanleihe bereitstellen will. Sie hat der Nationalairline auch diverse Bedingungen gestellt. So fordert sie von El Al die Rückzahlung von Schulden, einen Zeitplan für den Verkauf von Flugzeugen und die Veräußerung eines bedeutenden Teils des Vielfliegerprogramms Matmid.

Im Februar hatte sich El Al bereits frisches Kapital im Umfang von 250 Millionen Schekel (rund 65 Millionen Euro) beschafft. Davon steuerte der neue Mehrheitseigentümer Eli Rozenberg rund zwei Drittel bei. Einen Monat später verpflichtete sich die Regierung dann, Tickets für 210 Millionen Schekel zu kaufen, die über die kommenden 20 Jahre gebraucht werden können.

Neuer Mehrheitseigentümer muss erst zahlen

Dabei machte die Regierung aber einen Vorbehalt. Rozenberg muss nochmals 43 Millionen Dollar in die Fluggesellschaft investieren. Dieses Geld ist bisher nicht geflossen. Und erst wenn es in den Kassen von El Al ist, wird die Regierung auch die weiteren 50 Millionen freigeben.



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