Boeing 737 von Qantas: War vorne zu schwer und hinten zu leicht.

Kinder für Erwachsene gehaltenHeikler Rechenfehler bei Qantas

Das Bodenpersonal von Qantas deklarierte eine Grundschulklasse als Gruppe von Erwachsenen. Das hätte fatale Folgen für den Flug haben können.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Es muss ein ziemlich belebter Flug gewesen sein. 87 der 150 Passagiere der Boeing 737 von Qantas waren Grundschulkinder. Für einen Schulausflug flogen sie am 9. Mai von Australiens Hauptstadt Canberra nach Perth. Doch wie die australische Luftfahrtsicherheitsbehörde ATSB in einem neuen Bericht festhält, wären die hinten im Jet sitzenden Kinder dem Flug fast zum Verhängnis geworden.

Denn die Check-In-Mitarbeiter in Canberra begingen einen massiven Fehler: Sie gaben die Kinder als erwachsene Passagiere ein– und die wiegen laut den Unterlagen, welche die Piloten erhalten, im Schnitt 87 Kilogramm. Kinder unter 11 Jahren werden mit 32 Kilogramm angegeben. Und diese Angaben wiederum nutzt der Pilot, um den Abflug zu kalkulieren. 3,5 bis 5 Tonnen zu viel standen in den Unterlagen der Crew.

Vorne zu schwer

Beim Start merkte die Crew im Cockpit, dass etwas anders war als sonst. Der Flieger sei «Nose-Heavy» gewesen, steht in dem Bericht. Vorne sei er also so viel schwerer gewesen, dass es eine Herausforderung war, ihn in die Luft zu bekommen. Beim Steigflug sei man dann schneller gestiegen als berechnet – weil der Flieger eben insgesamt leichter war. Der Winkel habe nicht ganz gestimmt. Zu Warnmeldungen kam es aber nicht.

Während des Fluges passten die Piloten ihre Berechnungen an. Der Kopilot brachte schließlich an, dass es an der Gruppe Kinder liegen könnte. Auch wenn bei dem Zwischenfall niemand zu Schaden kam – die australische Behörde stuft ihn als massive Gefährdung ein. Die korrekte Verteilung des Gewichts sei essenziell für die Berechnungen der Piloten.

Viele Zufälle

Ob es nun wirklich ein Fehler des Bodenpersonals war, ist noch offen. Momentan sieht es aus, als sei es eine Reihe dummer Zufälle. Da die Kinder als Gruppe reisten, gab es nur Mittelwertsangaben zum Alter. Und das durchschnittliche Alter der 87 Kinder wurde mit 12 Jahren angegeben, weshalb sie als Erwachsene deklariert wurden.

Am Flughafen Canberra wollten die Check-In-Angestellten dann eigentlich noch die Gewichte des Aufgabegepäcks anpassen, welches pauschal mit 20 Kilo angegeben ist – Kinder tragen weniger bei sich. Doch wegen eines Computerfehlers konnten die Angestellten den Prozess nicht abschließen.

Mehr zum Thema

ticker-qantas

Qantas kürzt erneut Kapazitäten wegen hoher Treibstoffkosten

ticker-qantas

Qantas erzielt Multimillionen-Vergleich in Streit um Corona-Fluggutschriften

ticker-qantas

Qantas reduziert Angebot im Inland und verlegt Kapazität aus den USA nach Europa

ticker-qantas

Erster Airbus A350-1000 ULR von Qantas hat Endmontage verlassen und steht vor Teststart

Video

Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Moment der Kollision: Zum Glück verletzte sich der Fahrer nur leicht.
Eine Boeing 767 von United Airlines berührte beim Anflug in Newark einen Lastwagen und einen Lichtmast. Flug UA169 landete dennoch sicher. Brisant: Weder Cockpit noch Flugsicherung registrieren die Kollision zunächst.
Laura Frommberg
Laura Frommberg