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Angst vor dem TAP-Käufer

Die portugiesische Regierung privatisiert die nationale Fluglinie. Das versetzt die Tourismusindustrie des Landes in Aufruhr.

ykawahara/Wikimedia/CC

A319 der TAP: Die Airline steht vor dem Verkauf

span>Noch im laufenden Jahr will Lissabon den Verkaufsprozess einleiten. Der endgültige Verkauf der TAP soll dann im Laufe des Jahres 2012 abgeschlossen werden, wie die Regierung Anfang September bekannt gab. Damit kommt das schuldengeplagte Land einer Absichtserklärung nach, die es gegenüber der Europäischen Zentralbank, der Europäischen Kommission und dem Internationalen Währungsfonds gab. Darin geht es allgemein um Maßnahmen zur Schuldenreduktion. Verkäufe von Staatsunternehmen sind ein zentraler Bestandteil davon.

Bereits jetzt werden einige potenzielle Interessenten für eine Übernahme der TAP genannt. Gemäß Medienberichten hat die International Airlines Group – der Zusammenschluss zwischen British Airways und Iberia – bereits die Investmentbank JP Morgan damit beauftragt, ein Angebot zur Übernahme der portugiesischen Airline vorzubereiten, die vor 66 Jahren als Transportes Aéreos Portugueses gegründet worden war. Vor allem die starke Stellung im Verkehr zwischen Europa und Brasilien wird als großer Pluspunkt von TAP angesehen. Die Airline fliegt im ehemaligen Kolonialreich zehn Städte an. Interessiert soll aber auch Latam sein, das Fusionsprodukt zwischen der brasilianischen TAM und der chilenischen Lag Chile.

Zwei Bedingungen

Doch in Portugal verfolgt man den Verkauf mit Argwohn. Vor allem eine Übernahme der nationalen Fluglinie durch einen europäischen Konkurrenten fürchtet man. «Für die Tourismusbranche wäre eine Privatisierung, die den Hub Lissabon abwertet, tragisch» sagte João Passos, Präsident des Reisebüroverbandes Associação Portuguesa das Agências de Viagens e Turismo gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa. Er erinnert daran, dass die TAP der größte Exporteur und Devisenbringer des Landes sei. «Sie bringt Hunderte von Ausländern zu uns und dadurch Millionen von Euros», so Passos weiter. Die Befürchtung ist, dass etwa IAG viele Strecken aufgeben und TAP zum regionalen Zubringer degradieren könnte. Der Plan der Regierung setzt zwar zwei Bedingungen an einen Verkauf: Die neue Eigentümerin muss den Hub Lissabon und die nationale Identität von TAP erhalten. Bloß scheint das in der schnelllebigen Airlinebranche niemand so recht zu glauben.



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