Airbus von TAP: Am Ende doch brasilianisch?

Geht TAP nun an Azul?

Brasilien drängt die Airline, sich an der Privatisierung von TAP zu beteiligen. Doch sie zögert noch. Avianca dagegen zeigt weiter Interesse.

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Offiziell geht es beim Besuch um das Jahr Brasiliens, das 2013 in Portugal gefeiert wird. Doch wenn heute (10. Juni) die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff in Lissabon landet und ihr portugiesisches Gegenüber Aníbal Cavaco Silva trifft, geht es um viel mehr als um Kultur und Wissenschaft. Im Zentrum der Gespräche werden die anstehenden Privatisierungen von Staatsunternehmen stehen – vor allem auch der Nationalairline TAP. Es werde «ohne Zweifel ein brasilianisches Unternehmen beteiligt sein», erklärte Brasiliens Botschafter kürzlich der Nachrichtenagentur Lusa. Seine Regierung kaufe nichts, aber man mobilisiere nationale Unternehmen, sich am Privatisierungsprozess zu beteiligen.

Im Falle von TAP fand diese Mobilisierung offenbar bereits statt. Wie die Zeitung Folha de São Paulo schreibt, drängt die Regierung in Brasília Luftfahrtunternehmer David Neeleman, sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Er gründete einst die amerikanische Jetblue und steht heute hinter der brasilianischen Azul. Die staatliche Entwicklungsbank BNDES habe bereits eine Kreditlimite für den Kauf von TAP durch Azul gesprochen. Doch Neeleman ziere sich.

Zweiter Versuch nicht ausgeschlossen

Portugal muss seine Schulden reduzieren und deshalb diverse Unternehmen verkaufen. Schon letztes Jahr versuchte die Regierung deshalb, die Nationalairline loszuwerden. Am Ende war einzig die brasilianische Avianca-Mutter Synergy Group interessiert. Doch im letzten Moment stoppte Lissabon den Prozess. Synergy habe nicht genügend versichern können, die nötigen finanziellen Mittel für die Übernahme zu besitzen.

Synergy-Eigner Germán Efromofich gibt aber nicht auf. Wenn der portugiesische Staat seine Bedingungen offenlege, werde er sich TAP nochmals anschauen. Wenn sie vorteilhaft seien, dann würde man sich einen Kauf von TAP sicher überlegen. Denn für Efromofich ist die Verbindung TAP/Avianca eine perfekte. Es gebe kaum Überschneidungen, aber viel Synergien, sagte er wiederholt.

Diverse Fluggesellschaften wollen nicht

Die Chancen, dass TAP brasilianisch wird, sind also groß. Denn von den großen globalen Fluggesellschaften zeigt niemand wirklich Interesse. Lufthansa, Qatar Airways und Emirates hätten alle schon abgesagt, schrieb kürzlich die portugiesische Zeitung Publico. Und Iberia- und British-Airways-Mutter IAG zog sich schon früher zurück.

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