Flieger von Skygreece: Fliegt nicht mehr.

Skygreece am EndePriester scheitert als Luftfahrtunternehmer

Die griechische Langstreckenairline stellte ihren Betrieb ein. Sie gibt die Schuld der Krise in ihrer Heimat. Viele frustrierte Kunden lassen ihre Wut aber am Management von Skygreece aus - und einem geistlichen Mitgründer.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es begann mit Annullierungen. Immer wieder sagte Skygreece in den vergangenen Wochen Flüge ab. Hunderte von Passagieren strandeten deswegen in Toronto und Athen. Sie wurden ohne Informationen stehen gelassen. Denn die junge griechische Langstreckenfluggesellschaft hatte ihre Kanäle auf Sozialen Medien einfach abgeschaltet.

Das Chaos war total. Auf Facebook organisierten sich in der Folge mehr als 700 verärgerte Kunden in einer Gruppe. Dort wurden einerseits Informationen ausgetauscht, andererseits wurde aber auch kräftig über Skygreece geschimpft. Inzwischen ist klar, was viele Reisende in den Diskussionen schon vermuteten: Die Airline ist am Ende. In der Nacht auf Freitag (28. August) stellte sie ihren Betrieb «vorüberghend» ein.

Krise in Griechenland bremste

Noch verspricht die Fluglinie einen baldigen Neustart. Konkret aber wurde sie diesbezüglich nicht. Hinter dem Grounding stehen finanzielle Probleme. Vertreter hatten schon früher auf die schwierige Situation wegen der allgemeinen Krise in Griechenland sowie den Kapitalverkehrskontrollen hingewiesen. Offenbar bezahlte Skygreece seit längerem ihre Landegebühren in Toronto nicht mehr. Tatsache ist aber, dass die Passagierzahlen in Griechenland dieses Jahr stiegen.

Skygreece wurde 2012 gegründet. Vergangenes Jahr nahm sie ihre Flüge auf. Diesen Frühling begann sie ab Athen und Thessaloniki nach Budapest und Zagreb zu fliegen. Zudem kamen Flüge nach Montreal und Toronto hinzu. Bereits geplant war eine Verbindung nach New York JFK. Dazu hatte Skygreece neben einer Boeing 767 noch einen Airbus A330 leasen wollen.

Griechisches Essen und griechische Musik

Die Wut der gestrandeten Passagiere richtet sich nun vor allem auf eine Person. Nicholas Alexandris war einer der vier Gründer aus der griechischen Diaspora in Toronto. Er ist Priester der griechisch-orthodoxen Kirche in Toronto. Alexandris versprach «legendäre griechische Gastfreundschaft» an Bord. Es gebe griechisches Essen, griechische Musik und griechisches Personal. Seit dem Ende von Olympic seien die Griechen in Kanada nicht mehr richtig mit ihrer Heimat verbunden. Deshalb brauche es Skygreece, so Alexandris in einem Interview. Er bat seine Landsleute, die Airline zu unterstützen.

Dass ausgerechnet ein Kirchenmann genau diese Landsleute nun so im Stich lassen kann, verstehen viele nicht. Auf kritische Kommentare auf Facebook soll er wiederholt mit Sperren der Mitglieder reagiert haben. Auch Schimpfworte sollen gefallen sein.

Mehr zum Thema

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack