Letzte Aktualisierung: um 23:18 Uhr
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Skygreece am Ende

Priester scheitert als Luftfahrtunternehmer

Die griechische Langstreckenairline stellte ihren Betrieb ein. Sie gibt die Schuld der Krise in ihrer Heimat. Viele frustrierte Kunden lassen ihre Wut aber am Management von Skygreece aus - und einem geistlichen Mitgründer.

Skygreece

Flieger von Skygreece: Fliegt nicht mehr.

Es begann mit Annullierungen. Immer wieder sagte Skygreece in den vergangenen Wochen Flüge ab. Hunderte von Passagieren strandeten deswegen in Toronto und Athen. Sie wurden ohne Informationen stehen gelassen. Denn die junge griechische Langstreckenfluggesellschaft hatte ihre Kanäle auf Sozialen Medien einfach abgeschaltet.

Das Chaos war total. Auf Facebook organisierten sich in der Folge mehr als 700 verärgerte Kunden in einer Gruppe. Dort wurden einerseits Informationen ausgetauscht, andererseits wurde aber auch kräftig über Skygreece geschimpft. Inzwischen ist klar, was viele Reisende in den Diskussionen schon vermuteten: Die Airline ist am Ende. In der Nacht auf Freitag (28. August) stellte sie ihren Betrieb «vorüberghend» ein.

Krise in Griechenland bremste

Noch verspricht die Fluglinie einen baldigen Neustart. Konkret aber wurde sie diesbezüglich nicht. Hinter dem Grounding stehen finanzielle Probleme. Vertreter hatten schon früher auf die schwierige Situation wegen der allgemeinen Krise in Griechenland sowie den Kapitalverkehrskontrollen hingewiesen. Offenbar bezahlte Skygreece seit längerem ihre Landegebühren in Toronto nicht mehr. Tatsache ist aber, dass die Passagierzahlen in Griechenland dieses Jahr stiegen.

Skygreece wurde 2012 gegründet. Vergangenes Jahr nahm sie ihre Flüge auf. Diesen Frühling begann sie ab Athen und Thessaloniki nach Budapest und Zagreb zu fliegen. Zudem kamen Flüge nach Montreal und Toronto hinzu. Bereits geplant war eine Verbindung nach New York JFK. Dazu hatte Skygreece neben einer Boeing 767 noch einen Airbus A330 leasen wollen.

Griechisches Essen und griechische Musik

Die Wut der gestrandeten Passagiere richtet sich nun vor allem auf eine Person. Nicholas Alexandris war einer der vier Gründer aus der griechischen Diaspora in Toronto. Er ist Priester der griechisch-orthodoxen Kirche in Toronto. Alexandris versprach «legendäre griechische Gastfreundschaft» an Bord. Es gebe griechisches Essen, griechische Musik und griechisches Personal. Seit dem Ende von Olympic seien die Griechen in Kanada nicht mehr richtig mit ihrer Heimat verbunden. Deshalb brauche es Skygreece, so Alexandris in einem Interview. Er bat seine Landsleute, die Airline zu unterstützen.

Dass ausgerechnet ein Kirchenmann genau diese Landsleute nun so im Stich lassen kann, verstehen viele nicht. Auf kritische Kommentare auf Facebook soll er wiederholt mit Sperren der Mitglieder reagiert haben. Auch Schimpfworte sollen gefallen sein.



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