Trauerfeier zum Absturz in Smolensk: Der Absturz der Präsidentenmaschine 2010 versetzte ganz Polen in Schock.

PolenTragödie von Smolensk wird neu aufgerollt

Der Absturz des Präsidentenflugzeuges 2010 in Smolensk riss tiefe Furchen in Polens Politik und Gesellschaft. Zehn Jahre später verlangt Warschau die Verhaftung von drei russischen Fluglotsen.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Seit über zehn Jahren trägt Jarosław Kaczyński schwarz. Am 10. April 2010 verunglückte das Flugzeug seines Bruders und damaligen polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczyński bei der Landung auf das russische Smolensk. Unter den verstorbenen 96 Insassen der Tupolev Tu-154 befanden sich viele weitere hochrangige Staatsvertreter.

Das Unglück spaltet noch heute ganz Polen. Ein erster polnischer Untersuchungsbericht fand als Ursache menschliches Versagen und schlechtes Wetter. Die nationalkonservative Regierungspartei PiS, dessen Chef Jaroslaw Kaczyński ist, befeuert hingegen Verschwörungstheorien. Ein russisches Attentat soll demnach Auslöser sein.

Haftantrag gegen russische Lotsen

Gegen drei bei dem Absturz involvierte russische Fluglotsen hat die polnische Generalstaatsanwaltschaft dieser Tage einen Haftantrag gestellt. «Die Anklage gegen die Fluglotsen betrifft die vorsätzliche Verursachung eines Flugverkehrsunfalls, bei dem viele Menschen ums Leben kamen», so der polnische Generalstaatsanwalt. Wichtige Geräte hätten nicht funktioniert und deshalb hätten die Lotsen den Piloten der polnischen Tu-514 falsche Angaben geschickt, so der Vorwurf. Russland wertet dies als politischen Schachzug und weigert sich, sie auszuliefern.

Die Tupolev Tu-154 stürzte an jenem 10. April 2010 in dichtem Nebel vor der Landebahn in einen Wald. Für einen sicheren Anflug unter den sehr schlechten Sichtbedingungen fehlte am Flughafen ein Instrumentenlandesystem. Obwohl die russischen Lotsen vor einer Landung warnten, wagten die polnischen Piloten – auch wegen Druck seitens des anwesenden Oberbefehlshabers der Armee – den riskanten Anflug ohne zuverlässige Höhenangaben.

Polen startete neue Untersuchung

So waren es Fehler der Piloten und Lotsen sowie die für den Nebel ungeeignete Ausrüstung des Flughafens, die im ersten Untersuchungsbericht Polens als Absturzursache genannt werden. Von der PiS wurde der Bericht aber von Anfang an infrage gestellt.

Eine neue Untersuchungskommission ist in Polen derzeit beauftragt, andere Unglücksursachen zu überprüfen. In den vergangenen Jahren versuchte die Partei nachzuweisen, dass etwa eine absichtliche Explosion zum Absturz geführt hat. Handfeste Beweise können die angeheuerten Experten allerdings bis heute nicht vorlegen.

Politisches Mittel

Gegenüber der ehemaligen Besatzungsmacht Russland hegt Polens Bevölkerung ein historisches Misstrauen, das zum wichtigen politischen Instrument für die PiS-Partei geworden ist. Nach Umfragen glaubt aktuell etwa ein Drittel der polnischen Bevölkerung an ein russisches Attentat als Absturzursache. Angefacht wird die Spekulation durch zweifelhafte Funde von Sprengstoff am Wrack sowie dadurch, dass Russland Wrackteile bis heute nicht zurückgegeben hat.

Besonders traumatisch ist für viele Polen, dass die Tupolev Tu-154 den Regierungsstab um Lech Kaczyński zu einer Gedenkfeier des 70. Jahrestag des Katyn-Massakers bringen sollte. In dem etwa 20 Kilometer von Smolensk entfernten Ort erschossen 1940 sowjetische Offiziere etwa 4400 gefangene Polen.

Mehr zum Thema

Lot, Polen.

Polen macht nächsten Schritt Richtung Lot 2.0

Der Vorschlag von Chapman Taylor für den neuen polnischen Airport.

So könnte Polens neuer Großflughafen aussehen

Flughafen Chopin in Warschau: Wenn der Nachfolger kommt, wird Warschaus bisheriger Airport geschlossen.

Polens neuer Großflughafen soll bis zu vier Pisten bekommen

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

parallel landing san francisco
Am Flughafen von San Francisco sind parallele Landungen künftig tabu. Die neue Regel der US-Luftfahrtbehörde sorgt nicht nur für das Ende eines spektakulären Anblicks – sondern auch für deutlich mehr Verspätungen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
santa monica douglas dc 3 monument
Er ist mehr als 100 Jahre alt, doch Ende 2028 wird er schließen. Der Flughafen Santa Monica in Kalifornien war zwar nie ein großer Verkehrsflughafen, aber dennoch historisch bedeutsam.
Timo Nowack
Timo Nowack
wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack