Männer am Flughafen: Sie machen die Mehrheit der Pöbel-Passagiere aus.

Unruly PassengersPassagiere werden zunehmend aggressiver

Ausrastende Fluggäste sind gefährlich und können Airlines teuer zu stehen kommen. Mit Prävention und neuen Regeln will die Iata das Problem in den Griff bekommen.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Zuerst flucht er nur, dann beginnt er laut zu werden und zu drohen und am Ende schlägt er den Flugbegleiter. Solche Ausraster sind zum Glück selten - aber sie nehmen zu. Gemäß Zahlen des Airline-Dachverbandes Iata kam es im Jahr 2017 auf einem von 1053 Flügen zu einem solchen oder ähnlichen Vorfall. 2016 war dies lediglich auf einem von 1424 Flügen vorgekommen. In der Branche nennt man solche Pöbel-Passagiere Unruly Passengers.

In den allermeisten Fällen - rund 96 Prozent aller Vorkommnisse - geht es um Beleidigungen und Gewalt. Die besonders krassen Ausraster sind selten, sie nehmen jedoch überdurchschnittlich zu. Die Iata definiert sie als potenziell lebensgefährliche Situationen. Dazu gehören die Androhung von Verletzungen, die Verwendung von Waffen oder den Versuch, ins Cockpit einzudringen.

Alkohol im Spiel

Gab es 2016 noch 82 solch gravierende Fälle, waren es im vergangenen Jahr bereits 329. Man beobachte eine «signifikante Zunahme» von besonders aggressivem Verhalten an Bord, konstatiert Iata-Manager Tim Colehan. Oft sei dabei Alkohol im Spiel, erklärte er beim Global Media Day in Genf.

Der Trend ist schlecht für die Branche. Es ist nicht nur unangenehm und gefährlich für die Flugbegleiter und die anderen Passagiere, sondern auch teuer. Muss ein Flugzeug etwa wegen eines Unruly Passnegers ungeplant landen, kann das bis zu 170.000 Euro kosten.

Neue Regel bei der Verfolgung

Die Iata hat deshalb eine Strategie verabschiedet, um die Zahl der Vorfälle zu verringern. Ein Pfeiler ist Prävention. Im stark betroffenen Großbritannien wurde deshalb eine Kampagne getestet, welche Passagiere auf die Folgen renitenten Verhaltens an Bord hinwies: von Flugsperren bis zu hohen Strafen. Bei der Expansion der Kampagnen will die Branche sich auf Altersgruppen mit besonders hohem Risiko und besonders gefährdete Strecken konzentrieren.

Ein anderer Pfeiler ist eine konsequente Bestrafung. 2014 hat die Internationale Zivilluftfahrtorganisation Icao das sogenannte Protokoll 14 verabschiedet. Es ändert die Zuständigkeit für Fälle von Unruly Passengers. Waren bisher die Staaten für die Verfolgung der Pöbler zuständig, in denen das Flugzeug registriert ist, soll es künftig das Land sein, in dem das Flugzeug landet.

Noch nicht in Kraft

Noch ist die neue Regel aber nicht in Kraft getreten. Zuerst müssen 22 Mitgliedsstaaten sie ratifizieren. Das dauert. Erst 15 Länder haben unterschrieben, zwei weitere stehen kurz davor. Deutschland, Österreich und die Schweiz gehören noch nicht dazu. Meist haben die Parlamente andere Prioritäten, als dieses Protokoll zu unterzeichnen.

Mehr zum Thema

Bild der Zerstörung: Ein Passagier wollte ein Feuer an Bord entfachen. Die Behörden haben nun genug von solchen Reisenden.

Chinesische Airlines bekämpfen Pöbel-Passagiere

Alkoholkonsum: ursächlich für das Pöbeln der Passagiere verantwortlich.

Jahr für Jahr mehr Pöbel-Passagiere

ticker-iata

Luftfahrtverbände fordern einheitliche Passagierdatensysteme in Afrika

ticker-iata

Iata veröffentlicht Leitfaden für Reisen mit Haustieren in der Flugzeugkabine

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack