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Kerosinpreis steigt

Nun droht der Treibstoff-Hammer

Der Ölpreis ist in den letzten Wochen rasant angestiegen. Das dürfte noch einige Fluggesellschaften in Bedrängnis bringen.

aeroTELEGRAPH

Günstig tanken: Damit ist es für Fluggesellschaften erstmal vorbei.

38,6 Milliarden Dollar – so hoch könnte der kumulierte Gewinn aller Fluggesellschaften der Welt dieses Jahr ausfallen. So prognostizierten es zumindest die Experten der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung Iata letzten Dezember. Doch seither hat sich die Ausgangslage für die Branche grundlegend verändert.

Ihrer Voraussage legten die Iata-Ökonomen einen Ölpreis von 60 Dollar zugrunde. Inzwischen kostet ein Fass der Nordsee-Sorte Brent aber wieder über 75 Dollar. Alleine seit Anfang dieses Jahres wurde der Rohstoff damit fast ein Fünftel teurer. Der Anstieg wird getrieben von der politischen Unsicherheit im Nahen Osten und in Venezuela, wo wichtige Produzenten sitzen. Hinzu kommt eine gestiegene Nachfrage und eine Produktionskürzung vieler Förderländer.

«Den Winter kaum überleben»

Bleibt der Preis auf diesem Niveau oder steigt er noch höher, könnte das die gesamten Gewinne der Branche für 2018 ausradieren, glauben Analysten. Ryanair-Chef Michael O’Leary glaubt denn auch – und er ist nicht alleine – dass bei anhaltend hohem Ölpreis diverse Fluggesellschaften aufgeben müssen. «Einige Airlines, die bei 40 Dollar schon nicht mit Gewinn arbeiten konnten, werden wohl bei anhaltend hohen Preisen den Winter kaum überleben», so der Manager.

Ein hoher Ölpreis hat gleich in zweifacher Hinsicht negative Auswirkungen auf die Fluggesellschaften. Zum einen steigen ihre Treibstoffausgaben markant an. Ein Vergleich mit der Periode von 2003 bis 2008 zeigt, wie einschneidend das sein kann. Damals stieg der Ölpreis von 34 auf 125 Dollar pro Fass. Das hatte gemäß einer Analyse der Iata zur Folge, dass der Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten der Airlines von 14 Prozent auf 33 Prozent kletterte.

Gefahr einer Abkühlung

Doch der Ölpreis hat auch Auswirkungen auf die Nachfrage. Die Investmentbanker der UBS glauben, dass der Preis noch höher klettern könnte. Erreicht er die Marke von 100 Dollar, könnte das ihrer Ansicht nach gravierende Folgen für die Weltwirtschaft haben. «Fünf von sechs Rezessionen in den USA wurden in der Vergangenheit durch einen raschen Ölpreisanstieg ausgelöst», schreiben sie in einer Analyse.

 



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