Letzte Aktualisierung: um 7:28 Uhr
Partner von  

Flug MH17 von Malaysia Airlines

Rumpf der B777 wird nachgebaut

Der Streit um den Abschuss von Flug MH17 geht weiter. Mit dem Nachbau des Rumpfes wollen Ermittler der Ursache auf die Spur kommen – wie damals bei Pan Am 103.

Die russischen Fernsehsender sprachen von einer Sensation. Perwy Kanal und Rossija 1 zeigten zum Wochenende ein neues Satellitenbild, das angeblich zeigen soll, wie ein ukrainischer Kampfjet auf die Boeing 777 von Malaysia Airline zielt. Die Passagiermaschine war am 17. Juli über dem Osten der Ukraine abgeschossen worden, alle 298 Insassen starben. Seither wird darüber gestritten, von wem.

Das amerikanische Außenministerium nannte den Bericht umgehend «lächerlich». Blogger halten das veröffentlichte Bild für eine Fälschung. Die Wolkenform auf dem Bild deute darauf hin, dass es sich um eine Aufnahme von 2012 handle. Zudem stimmten die Größenverhältnisse zwischen dem Kampfjet und Objekten am Boden nicht. Andere wollen auch bemerkt haben, dass es sich beim Passagierflieger um eine Boeing 767 handle und nicht eine Boeing 777.

Genauere Erkenntnisse dank Rekonstruktion

Unbeeindruckt davon sind niederländische Ermittler am Sonntag an die Absturzstelle zurückgekehrt. Sie sammelten dort die Trümmerteile ein, die wegen der Kämpfe in der Region bislang nicht eingeholt werden konnten. Sie werden nun in die Niederlande gebracht. Dort wollen die Experten der Behörde Onderzoeksraad voor Veiligheid einen Teil des Rumpfes nachbauen.

Die Rekonstruktion ist ein wichtiger Teil der Spurensuche. Erst wenn die Teile zusammenhängen, können die Ermittler gewisse Dinge erkennen. Etwa kann man dann den Einschusswinkel klarer eruieren. Auch wird es eher möglich sein, genau zu sehen wo das Geschoss die Boeing 777 traf und wie genau die Maschine in der Luft auseinanderbrach.

Das Loch im Rumpf erst entdeckt

Das Vorgehen kennt man von den Ermittlungen zu Pan Am Flug PA103. Die Boeing 747 wurde 1988 über dem schottischen Lockerbie von einer Bombe zerrissen. Damals wurden die Wrackteile in einen Hangar in Farnborough gebracht, wo man den Rumpf nachbaute. So konnten die Experten ein Loch am Rumpf ausmachen, das von einer Bombe stammen musste. Dank genauer Analyse wurde sogar festgestellt, aus welchem Container die Bombe stammte.

Das neueste Video zum Abschuss:



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.