Heckflosse der Boeing 777: Der Rumpf zeigt zahlreiche Einschusslöcher.

Bericht zu Crash in UkraineFlug MH17 wurde durchbohrt

[image1]Eine Panne gab es auf Flug MH17 nicht. Die Boeing 777 wurde von zahlreichen Objekten durchbohrt. Das zeigt der erste Bericht der Untersuchungsbehörde.

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Vom Start in Amsterdam um 10:31 Uhr bis um 13:20 Uhr lief alles normal. Die Piloten von Flug MH17 am 17. Juli meldeten der ukrainischen Flugaufsicht keinen Notfall. Und die Aufzeichnungen aus dem Cockpit der Boeing 777-200 von Malaysia Airlines zeigen auch keinerlei Hektik. Auch alle technischen Parameter waren normal. Dies hält der erste Untersuchungsbericht der niederländischen Untersuchungsbehörde Onderzoeksraad voor Veiligheid OVV fest, der am Dienstag (9. September) veröffentlicht wurde.

Die niederländischen Ermittler erklären, dass der Luftraum über der Ostukraine an jenem Tag nicht gesperrt gewesen sei. Zum Zeitpunkt des Unfalles hätten sich drei andere Passagierflugzeuge in der Nähe befunden. Zwei seien in Richtung Osten geflogen, eines in Richtung Westen. Beim Absturz von MH17 habe sich der nächste Flieger dreißig Kilometer weit entfernt befunden, so der Bericht.

Leichte Kursänderungen

Die Maschine von Malaysia Airlines flog auf dem vorgesehenen Flugpfad. Die Fluglotsen von Dnipropetrowsk fragten die beiden Piloten um 12:53 Uhr, ob sie höher steigen könnten, um die Distanz zu einer nachfolgenden Boeing 777 zu verringern. Das Cockpit antwortete gemäß dem Bericht mit Nein. Daraufhin stieg die andere Maschine höher. Später verlangte die Cockpitcrew von Malaysia Airlines, den Kurs zwanzig Meilen nach links verlegen zu können, um schlechtes Wetter zu umfliegen. In der Gegend tobten gerade Gewitter. Sie erhielt die Erlaubnis dazu. Um 12:59 Uhr verlangte Dnipropetrowsk dann eine leichte Kursänderung. Die wurde mit dem Funkspruch «Romeo November Delta, Malaysian One Seven» bestätigt.

Es war das letzte, was man von MH17 je hörte. Plötzlich antworteten die Piloten von MH17 nicht mehr. Die beiden Kontaktversuche der ukrainischen Fluglotsen mit dem Flugzeug, an dessen Bord sich 283 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder befanden, fanden 13:20:00 Uhr und 13:22:02 Uhr statt. Sie bleiben unbeantwortet. Die Aufzeichnungen aus dem Cockpit enden abrupt um 13:20:03 Uhr.

«Hochenergetische Objekte»

[image2]Die Wrackteile waren am Boden auf einer Fläche von fünf auf zehn Kilometer verstreut, so die niederländische Behörde im Bericht. Das zeige, dass das Flugzeug mit der Kennzeichnung 9M-MRD in der Luft auseinander gebrochen sei. Noch habe man die Trümmer nicht im Detail untersuchen können. Bilder zeigten jedoch, dass der Rumpf und das Cockpit mit zahlreichen Löchern und Einbuchtungen versehen seien.

[image3]Das deutet gemäß den Ermittlern darauf hin, dass eine «große Anzahl von hochenergetischen Objekten das Flugzeug von außen durchbohrt» habe. Sie weisen auch darauf hin, dass diese Objekte tendenziell eher klein gewesen seien.

Wer sind die Täter?

[image4]Nun dürfte die Diskussion um die Täterschaft erneut heftig losgehen. Der Westen und die Ukraine beschuldigten schnell prorussische Separatisten. Sie sollen MH17 mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben. Russland behauptete genauso schnell, ein ukrainischer Kampfjet habe die Boeing 777 abgeschossen. Der Bericht der niederländischen OVV macht dazu keinerlei Aussagen oder Andeutungen.

Auffallend ist aber, dass die Wrackteile sehr viele kleine Einschusslöcher zeigen. Nun muss eruiert werden, ob diese wirklich von einer Buk-Rakete stammen können. Die geringe Größe der Löcher gibt darüber nicht wirklich einen Aufschluss. Denn solche Raketen wurden so konstruiert, dass sie kurz vor ihrem Ziel detonieren. Das wird dann von Schrapnell durchbohrt. Nur durch chemische Tests kann nun ermittelt werden, was die Löcher verursachte.

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