Lithium-Ionen-Batterie von Motorola: Gefahr an Bord?

Unglücksflug von Malaysia AirlinesStürzte MH370 nach Batteriebrand ab?

Noch immer gibt es keine Spur von MH370. Eine neue Theorie erklärt nun, was mit der Boeing 777 passiert sein könnte – und befeuert so eine aktuelle Diskussion.

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Seit 479 Tagen gibt es keine Spur von Flug MH370. Am 8. März 2014 verschwand die Boeing 777 von Malaysia Airlines vom Radar. Noch immer gibt es keinerlei Hinweise auf ihr Verbleiben. Nun legt ein amerikanischer Pilot und Luftfahrtingenieur eine neue Theorie vor, was mit dem Flugzeug passiert sein könnte. Bruce Robertson glaubt, dass die Fracht an Bord der Boeing 777 Feuer fing.

Unglücksflug MH370 hatte 221 Kilogramm Lithium-Ionen-Batterien geladen. Die elektronischen Teile stammten von der Motorola-Fabrik auf der malaysischen Insel Penang und sollten in China weiterverarbeitet werden. Sie galten nicht als gefährliche Fracht, weil sie sachgemäß verpackt wurden. Dennoch glaubt Robertson, dass die Batterien brannten und die Kabine langsam mit gefährlichem Kohlenmonoxid füllten.

Nicht riechbares Gas an Bord von MH370

Das Gas kann man nicht riechen und ein Feueralarm sei auch nicht direkt losgegangen, weil Feuer und Hitze zunächst nur im Frachtbereich zu bemerken gewesen seien, spekuliert der Experte auf einer Seite, die er ganz der Erklärung seiner Theorie widmet. Doch das Gas soll da schon in Kabine und Cockpit vorgedrungen sein. Kapitän Zaharie Ahmad Shah sei vom Gas als erster ohnmächtig geworden. Sein Kopilot habe gedacht, der Kapitän sei übermüdet.

Kurz danach seien wohl die Alarme losgegangen. Kopilot Farid Abdul Hamid habe dann die Checkliste für den Fall eines Feuers an Bord durchgearbeitet. Zunächst muss man die Atemluft für sich und die Kabinencrew sichern und dann – falls möglich – die Rauchquelle eliminieren. Dann soll man den Brand löschen und dann den Sinkflug einleiten.

Mit dem Handy den Notruf absetzen

All das habe der Kopilot getan. Die Kabinencrew sei zu dem Zeitpunkt allerdings auch schon nicht mehr erreichbar gewesen, weil sie vom Kohlenmonoxid außer Gefecht gesetzt worden war. Er habe zudem sämtliche nicht für den Flugbetrieb nötige Elektrizität abgeschaltet. Das sei der Grund, weshalb die Kommunikation mit dem Boden abgeschnitten war. Dann drehte Farid um und plante eine Notlandung in Penang. Weil die Kommunikation an Bord abgeschaltet war, so die Theorie, versuchte er mit seinem Handy, den Notruf abzusetzen. Das, so heißt es, sei auch der Grund, warum ein Signal des Handys von Farid von einer Funkzelle nahe Penang empfangen wurde.

Der fatale Fehler: Der Kopilot nahm seine Atemmaske ab, weil er keinen Rauch sah. Das Kohlenmonoxid wirkte sofort. Er wurde ebenfalls ohnmächtig und MH370 zum Geisterflug. Abgestürzt, so Robertson, sei er aber ganz woanders als bisher vermutet – weil der Kopilot den Flieger eben umdrehte. Laut der neuen Theorie stürzte die Boeing 777 nahe des Zenith-Plateaus westlich von Exmouth in Australien in den Indischen Ozean.

Bekanntes Risiko Lithium-Ionen-Batterien

Auch diese Theorie ist nichts mehr als eben das: eine Theorie. Dennoch: Das Risiko des Transports von Lithium-Ionen Batterien als Fracht ist real. Flugzeughersteller, Piloten und Airlines haben erst kürzlich in einem Schreiben an die Behörden eine Warnung ausgesprochen und verlangt, dass man die Batterien nicht mehr als Fracht in Passagierfliegern benutzen dürfe. Erste Fluggesellschaften wie Delta und United weigern sich bereits, die Fracht zu transportieren.

«Immer noch zu erlauben, dass Airlines diese Fracht transportieren, ist ein inakzeptables Risiko für die Luftfahrtbranche», heißt es in dem Schreiben des International Coordination Council of Aerospace Industry Associations, der auch Airbus und Boeing vertritt. Auch die internationale Pilotenvereinigung International Federation of Air Line Pilots Associations unterschrieb das Positionspapier. Lesen Sie hier mehr über die Gefahr von Batterien als Fracht.

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