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A330 von Nepal Airlines

Deutsche Firmen in Nepal im Visier

Lief bei der Beschaffung von zwei Airbus A330 für Nepal Airlines nicht alles korrekt? Die Behörden wollen dazu auch deutsche Firmen befragen.

Airbus

Airbus A330 von Nepal Airlines: Offene Fragen zur Beschaffung der Jets.

Für die Staatsairline von Nepal war es die Erfüllung des lang gehegten Traumes, wieder Großraumflugzeuge zu fliegen. Im Sommer letzten Jahres übernahm Nepal Airlines zwei Airbus A330-200. Doch die neuen Jets sorgen für Ärger. Erst brachten sie die Fluglinie in finanzielle Not, da es ihr bislang nicht gelang, die Flugzeuge optimal einzusetzen.

Jetzt hegt die Regierung Nepals den Verdacht, dass bei der Anschaffung der Flugzeuge Steuern hinterzogen wurden. Ein Untersuchungsausschuss ermittelt gegen ein Konsortium ausländischer Firmen, das die Beschaffung abwickelte, darunter befinden sich zwei deutsche Firmen.

Bestellung über Umwege

Denn um die Bestellung der zwei A330 kümmerte sich Nepal Airlines nicht selber, sondern ließ die Order von dem portugiesischen Wet-Lease-Spezialisten Hi Fly platzieren. Partner bei der Transaktion soll ein Konsortium angeführt von der US-Firma AAR gewesen sein, dem auch die deutsche German Aviation Capital Corporation angehört haben soll, wie es in einem Bericht der Zeitung Kathmandu Post heißt. Dabei soll angeblich eine neue Firma namens Hi Fly X Ireland gegründet worden  und Geld über die Münchener Filiale der Anwaltskanzlei Norton Rose Fulbright transferiert worden sein. Das machte die Behörden in Nepal stutzig.

Wie die Zeitung Kathmandu Post berichtet, vermutet eine staatliche Kommission bei der Beschaffung der Flugzeuge erhebliche finanzielle Ungereimtheiten. Die Regierung hege den Verdacht, dass Hi Fly X Ireland eine reine Briefkastenfirma sei, mit der die Zahlung von Steuern umgangen worden sei, heißt es weiter in dem Bericht.

Nepal Airlines weiter in Geldnot

Nun sollen sich alle fünf beteiligten Firmen des Konsortiums, welches die Flieger für Nepal Airlines beschaffte, für Befragungen bereithalten. Die nepalesische Regierung forderte die ausländischen Unternehmen in einer öffentlichen Bekanntmachung auf, sich bei den zuständigen Behörden zu melden. Anfragen von aeroTELEGRAPH ließen German Aviation Capital, Norton Rose Fulbright und Hi Fly bis zum Erscheinen dieses Artikel unbeantwortet.

Währenddessen kämpft Nepal Airlines weiter mit finanziellen Problemen. Die finanziellen Reserven sollen mittlerweile knapp sein, seit zwei Monaten verdiene die Gesellschaft noch knapp genug, um die Gehälter der Angestellten zu bezahlen, schreibt die Kathmandu Post weiter. Dabei setzt nicht nur der Zukauf der Airbus A330 der Airline zu.

Wegfall von Einnahmen

Einen wesentlicher Teil ihrer Einnahmen erzielte sie auch durch eine Wartungstochter am Flughafen Kathmandu. Seitdem die malaysische Billigfluggesellschaft Air Asia X ihre Flüge zu dem Airport einstellte und auch die bankrotte indische Jet Airways nicht mehr nach Nepal fliegen kann, fehlen Nepal Airlines wichtige Erträge aus diesem Nebengeschäft.



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