Flugzeug der Air Moldova: Nicht zum ersten Mal wird ein Flugzeug der Airline beschlagnahmt.

Finanzielle UngereimtheitenPrivatisierung von Air Moldova kommt auf den Prüfstand

Seit vergangenem Jahr ist die nationale Fluglinie der Republik Moldau in privater Hand. Doch nun gibt es prominente Zweifel daran, dass beim Verkauf alles sauber ablief.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation

Mit der Privatisierung wollte die Regierung von Moldau sich nicht nur weiter von den Spuren des Sozialismus loslösen. Der Verkauf der zuvor noch staatlichen Air Moldova sollte die Luftfahrt des südosteuropäischen Landes auch moderner und sicherer machen. Im vergangenen Jahr übernahm die rumänische Blue Air zusammen mit zwei anderen Privatinvestoren die defizitäre Nationalairline und plant seitdem deren Ausbau.

Doch nun hat das Parlament des Landes vergangene Woche die Überprüfung von vier Privatisierungen staatlicher Unternehmen beschlossen, wie der staatliche russische Nachrichtensender Sputnik berichtet. Bei einem der betroffenen Deals, die nun unter die Lupe kommen sollen, handelt es sich demnach um den Verkauf von Air Moldova.

Hinweis auf auf finanzielle Ungereimtheiten

Doch damit nicht genug. Moldaus Präsident Igor Doden erklärte im Interview mit der Zeitung Cotidianul, er habe kürzlich geheime Informationen erhalten, die auf finanzielle Ungereimtheiten bei den Geldtransaktionen rund um den Air-Moldova-Verkauf hinweisen würden. Der Präsident nannte sogar die Option, rückwirkend gegen Verkauf vorzugehen.

Der Verkaufspreis damals betrug 1,2 Milliarden moldauische Leu, umgerechnet rund 61 Millionen Euro. Doch der allergrößte Teil davon wurde zur Tilgung von Schulden der Airline aufgewendet, nur 50 Millionen Leu oder umgerechnet knapp 2,6 Millionen Euro flossen in die Staatskasse. Opposition und Experten kritisierten bereits damals den geringen Betrag und mangelnde Transparenz bei dem Verkauf.

Politischer Wandel in der Republik Moldau

Doden ist zwar schon seit Ende 2016 Präsident von Moldau. Doch erst kürzlich haben sich die politischen Verhältnisse in der ehemaligen Sowjetrepublik geändert. Der einflussreiche Oligarch und Politiker Vlad Plahotniuc, der zahlreicher Wirtschaftsverbrechen verdächtigt wird, hat im Juni das Land verlassen. Danach gingen die prorussische Sozialisten-Partei von Präsident Doden und die proeuropäische Mitte-Rechts-Allianz ACUM ein Zweckbündnis ein. Premierministerin wurde die Ökonomin und ACUM-Politikerin Maia Sandu, die sich einen Namen als Kämpferin gegen die Korruption im Land gemacht hat.

Mehr zum Thema

Flughafen Chisinau: Nur noch wenige Airlines dürfen von hier aus in die EU fliegen.

Europäisches Land kommt auf Schwarze Liste

Embraer E190 von Air Moldova: Die Fluglinie soll wachsen.

Blue Air kauft Air Moldova

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Video

Boeing AH-64 Apache - in 19 Armeen rund um den Erdball unterwegs
Militärfluggeräte kommen und gehen. Der Apache bleibt. Der Kampfhubschrauber flog vor mehr als 50 Jahren zum ersten Mal und wird wohl noch bis 2060 im Dienst der US Army und weiterer Armeen bleiben. Dies liegt nicht nur an seiner Panzerung und seiner Wendigkeit.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
leav damakus syrien wassersalut
Mit Leav fliegt wieder eine deutsche Fluglinie nach Syrien und baut ihr Angebot direkt aus. Sundair soll bald folgen. Auch Eurowings zeigte in der Vergangenheit Interesse - will aktuell aber noch nicht wieder das Land ansteuern.
Timo Nowack
Timo Nowack
Canadair CL-415 beim Wasser tanken: Das Flugzeug ist Teil des EU-Katastrophenschutzes.
Während in Frankreich, Spanien und Italien Zehntausende vor den Flammen fliehen, mobilisiert die EU ihre Löschflugzeugflotte Resc EU. Doch die Maschinen sind im Schnitt über 30 Jahre alt. Ersatz ist bereits bestellt, kommt aber erst 2028.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies