Flugzeug der Air Moldova: Nicht zum ersten Mal wird ein Flugzeug der Airline beschlagnahmt.

Finanzielle UngereimtheitenPrivatisierung von Air Moldova kommt auf den Prüfstand

Seit vergangenem Jahr ist die nationale Fluglinie der Republik Moldau in privater Hand. Doch nun gibt es prominente Zweifel daran, dass beim Verkauf alles sauber ablief.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Mit der Privatisierung wollte die Regierung von Moldau sich nicht nur weiter von den Spuren des Sozialismus loslösen. Der Verkauf der zuvor noch staatlichen Air Moldova sollte die Luftfahrt des südosteuropäischen Landes auch moderner und sicherer machen. Im vergangenen Jahr übernahm die rumänische Blue Air zusammen mit zwei anderen Privatinvestoren die defizitäre Nationalairline und plant seitdem deren Ausbau.

Doch nun hat das Parlament des Landes vergangene Woche die Überprüfung von vier Privatisierungen staatlicher Unternehmen beschlossen, wie der staatliche russische Nachrichtensender Sputnik berichtet. Bei einem der betroffenen Deals, die nun unter die Lupe kommen sollen, handelt es sich demnach um den Verkauf von Air Moldova.

Hinweis auf auf finanzielle Ungereimtheiten

Doch damit nicht genug. Moldaus Präsident Igor Doden erklärte im Interview mit der Zeitung Cotidianul, er habe kürzlich geheime Informationen erhalten, die auf finanzielle Ungereimtheiten bei den Geldtransaktionen rund um den Air-Moldova-Verkauf hinweisen würden. Der Präsident nannte sogar die Option, rückwirkend gegen Verkauf vorzugehen.

Der Verkaufspreis damals betrug 1,2 Milliarden moldauische Leu, umgerechnet rund 61 Millionen Euro. Doch der allergrößte Teil davon wurde zur Tilgung von Schulden der Airline aufgewendet, nur 50 Millionen Leu oder umgerechnet knapp 2,6 Millionen Euro flossen in die Staatskasse. Opposition und Experten kritisierten bereits damals den geringen Betrag und mangelnde Transparenz bei dem Verkauf.

Politischer Wandel in der Republik Moldau

Doden ist zwar schon seit Ende 2016 Präsident von Moldau. Doch erst kürzlich haben sich die politischen Verhältnisse in der ehemaligen Sowjetrepublik geändert. Der einflussreiche Oligarch und Politiker Vlad Plahotniuc, der zahlreicher Wirtschaftsverbrechen verdächtigt wird, hat im Juni das Land verlassen. Danach gingen die prorussische Sozialisten-Partei von Präsident Doden und die proeuropäische Mitte-Rechts-Allianz ACUM ein Zweckbündnis ein. Premierministerin wurde die Ökonomin und ACUM-Politikerin Maia Sandu, die sich einen Namen als Kämpferin gegen die Korruption im Land gemacht hat.

Mehr zum Thema

Flughafen Chisinau: Nur noch wenige Airlines dürfen von hier aus in die EU fliegen.

Europäisches Land kommt auf Schwarze Liste

Embraer E190 von Air Moldova: Die Fluglinie soll wachsen.

Blue Air kauft Air Moldova

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier