Boeing 737 Max: Bis sie wieder abhebt, wird noch einige Zeit vergehen.

Dokumente im KongressMitarbeiter warnten Boeing bei der 737 Max

Inwieweit wusste Boeing vor den Unglücken um die Risiken seiner 737 Max? Im US-Kongress präsentierte Dokumente zeigen erneut, dass Mitarbeiter besorgt waren.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Boeing-Mitarbeiter warnten intern vor den Risiken der Boeing 737 Max - und das vor den beiden tödlichen Abstürzen. Das zeigen Dokumente, die im Rahmen der Befragung von Boeing-Chef Dennis Muilenburg durch Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses am Mittwoch (30. Oktober) präsentiert wurden. Zum einen wurde dabei aus einer E-Mail aus dem Jahr 2015 zitiert. Darin schrieb ein Mitarbeiter einem anderen, man sei bei der Flugsteuerungssoftware MCAS «anfällig» für Ausfälle einzelner Anstellwinkelsensoren.

Genau das erwies sich beim Absturz der Boeing 737 Max von Lion Air im Jahr 2018 als fatal: Das MCAS verließ sich nur auf die Daten eines einzigen Anstellwinkelsensors und glich sie nicht mit den Daten des anderen ab. Da der Sensor defekt war und falsche Daten lieferte, drückte die Software die Nase des Fliegers fälschlicherweise wieder und wieder nach unten. Ähnliches wird für den Absturz bei Ethiopian Airlines im März 2019 vermutet.

«Müde Mitarbeiter machen Fehler»

Ein weiteres internes Dokument aus der Zeit vor den Abstürzen warnte, eine langsame Reaktionszeit der Piloten könnte bei einer MCAS-Fehlfunktion «katastrophal» sein. Langsam wurde dabei als länger als zehn Sekunden definiert. Dazu muss man bedenken, dass der Großteil der 737-Max-Piloten nichts von der Existenz des MCAS wusste.

In einem dritten Dokument geht es um die Arbeitsweise in der 737-Max-Produktion. Der Abgeordnete Albio Sires las aus einer E-Mail aus dem Juni 2018 vor. Darin wandte sich ein Manager der 737-Max-Endmontage an den Chef des 737-Programmes. «Mein erstes Anliegen ist, dass unsere Mitarbeiter erschöpft sind», heißt es. Die Mitarbeiter seien müde, weil sie schon über einen längeren Zeitraum mit sehr hoher Geschwindigkeit arbeiten müssten. «Müde Mitarbeiter machen Fehler», schrieb der Manager rund vier Monate vor dem Lion-Air-Unglück und zwei Monate vor der Auslieferung an die indonesische Fluglinie.

«Zögere, meine Familie in Boeing-Flugzeug zu setzen»

«Mein zweites Anliegen ist, dass Termindruck (kombiniert mit Müdigkeit) eine Kultur schafft, in der die Mitarbeiter entweder absichtlich oder unbewusst etablierte Prozesse umgehen.» Das beeinträchtige die Qualität. «Ehrlich gesagt, gehen genau jetzt meine internen Warnglocken an», schrieb der Mann mit 30 Jahren Erfahrung in der Luftfahrtindustrie. «Und zum ersten Mal in meinem Leben, es tut mir leid, das zu sagen, zögere ich, meine Familie in ein Boeing-Flugzeug zu setzen.»

Muilenburg entgegnete bei der Befragung am Mittwoch, er wisse von dem Schreiben des Mitarbeiters. Dieser hatte sich nach dem Lion-Air-Chef auch an den Boeing-Chef selber gewandt. Man habe die Mail sehr ernst genommen und als Reaktion zusätzliche Qualitäts-Checks eingeführt und Bereiche identifiziert, um die genannten Probleme zu beheben.

Mehr zum Thema

Die zweite Anhörung von Dennis Muilenburg

Die zweite Anhörung von Dennis Muilenburg

Auch ein Fahrwerksteil bargen sie bereits.

Mängel der Boeing 737 Max für Absturz verantwortlich

Boeing 737 Max 9: Was folgt auf sie?

Bringt Boeing 737-Max-Nachfolger statt 797?

ticker-boeing-1

Boeing steigert Auslieferungen im Mai deutlich - bekommt aber wenig Bestellungen

Video

Draco Aircraft will die Draco Hyper-Stol in Serie bauen: Entwickelt wurde sie von einem Tüftler aus den USA.
Ein Motorausfall über Utah brachte Mike Patey dazu, ein Buschflugzeug mit einer Turboprop-Turbine auszustatten. Das Flugzeug wurde zum Hit. Nun will ein polnisches Startup das Konzept zur Serienreife bringen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
corendon curacao tanz
So sieht man einen Piloten im Dienst selten: Ein Mitglied der Cockpitcrew von Corendon hat sich von einem Fan des Nationalteams von Curaçao zu einer Tanzeinlage animieren lassen.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada boeing 777 (1)
Vor 15 Jahren wurde er zum Kapitän befördert - offenbar mithilfe gefälschter Dokumente. So flog der Mann für Air Canada als Kommandant, ohne die Berechtigung dafür zu besitzen. Jetzt wurde er festgenommen.
Timo Nowack
Timo Nowack